Zivilcourage

Wo fängt sie an?

Bei Zivilcourage denken sicher die meisten an bedrohliche Situationen wie Schlägereien, Belästigungen usw.
Das liegt sicher daran, dass solche Fälle besonders spektakulär und oft genug auch besonders entsetzlich sind, wenn wieder einmal niemand bereit war zu helfen. Aber Zivilcourage fängt schon viel früher und im Kleinen an, nämlich immer dann, wenn…

Du etwas nicht gerecht oder falsch findest

Du etwas dagegen tun willst und dies vor anderen (öffentlich) tun musst

Du dabei das Gefühl hast, im Nachteil oder unterlegen zu sein

Und der Erfolg deines Einsatzes eher unsicher ist und du eher Nachteile als Vorteile zu erwarten hast.

Beispiele für weniger ernste Situationen gibt es unzählige. Ein Lehrer benachteiligt einen Mitschüler, ein Freund von dir wird von der ganzen Gruppe fertig gemacht oder du selber wirst schlecht behandelt. Auch in solchen Fällen kannst Du etwas tun und musst das auch. Auch hier gibt es einige Verhaltensweisen die empfehlenswert sind z.B. der sichere Blick, eine feste Stimme oder das formulieren von Ich-Botschaften.

Abgesehen davon, dass es völlig richtig ist, sich gegen „kleine“ Ungerechtigkeiten zu wehren, gibt es dabei noch einen anderen Vorteil. Die Situation ist meist nicht so gefährlich und du kannst dich selbst ein wenig ausprobieren. Wenn sich z.B. jemand an der Supermarktkasse vordrängelt. Mach mal den Mund auf! Wie fühlt sich das an, vor anderen Leuten die Stimme einzusetzen? Wenn du das einmal getan hast, kannst du das ruhig als Erfolg sehen. Es geht auch darum, anderen Solidarität zu signalisieren und um das Gefühl, sich nicht alles gefallen zu lassen. Eine Entschuldigung oder ein einsehendes Verhalten könnt ihr eh nur selten erwarten.

 

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