Der Mann, der mit der Heilerin geht

„Ich brauchte nichts verändern. Ich bin nur aufgewacht.“

Wenn sich ein Mann eine Frau aussucht, die einer Berufung folgt, besteht die einzige Möglichkeit, dass diese Bindung bestehen kann in dem er sich anschließt und vor allem in dem er ihr Raum gibt für ihren Weg.
Dann kann es sein, dass er mit seinen Bedürftigkeiten zurückstecken muss, bzw. durch den gemeinsamen Weg dort Heilung findet und meist nicht im Schongang.

Wenn sich ein Mann eine Frau sucht, die die kollektiven Wunden der Frau heilt, nämlich durch ihr Wirken, sagt er mit dem JA zu ihr JA zu einer grösseren Aufgabe. Die geht über
das Familiäre hinaus, da geht es nicht mehr um klassische Rollenverteilung.
Denn dieser Mann macht es sich dadurch zur Aufgabe, der Frau den Rücken frei zuhalten, sie aufzufangen wenn sie den Schmerz der Welt manchmal nicht mehr transformieren kann. Es bedeutet, dass er sich einer anderen Form der Sexualität öffnen muss, denn die sexuelle Heilung ist einer der tief greifensten Punkte wenn eine Frau die Rolle der Heilerin übernehmen muss.
Auch hier geht es um Langsamkeit, um Sanftheit, um Heilung — darum den eigenen Trieb zurückzuhalten bzw. anders umzusetzen und für das Ganze dazu sein. Denn wenn sich ein Mann eine Frau aussucht, deren Ziel die Freiheit ist, kann dies nur zusammen passieren. Dann, wenn sich der Mann über den narzisstischen Aspekt hinaus bewegt hat und den Weg der Frau als seinen Weg in die Freiheit erkennt.

Wenn sich ein Mann eine Frau aussucht die „groß“ ist, kann es nicht sein, dass er noch in Energien verweilt, die „klein“ halten und unterdrücken wollen. Er, wenn er mit ihr dieser Mission folgt, hat eine Aufgabe die dem Wohle der ganzen Männer dient und doch oft im Hintergrund stattfindet und er in diesem Hintergrund den Platz für Sicherheit schafft. Sicherheit davor, dass er die Frau nicht überfällt aus alten Verletzungen heraus und sie sich unterwerfen möchte.

Wenn sich ein Mann eine Frau aussucht, weil er von ihrem Strahlen und ihrer Weisheit und Klugheit so fasziniert ist, muss ihm auch klar sein, dass er nicht zu der Sorte gehören sollte, die selber noch so in einem Defizit stecken, dass er ihr das Leuchten nehmen will, aus Angst sie sonst teilen zu müssen.

Wenn sich ein Mann eine Frau aussucht, die ihrer Berufung folgt, darf er sich nicht fürchten vor den Worten Respekt, Demut und Hingabe, sondern diesen Pfad der Göttlichkeit an der Seite einer Heilerin dankbar und mit vollem Herzen gehen.
Weil so eine Frau entscheidet sich zum Wohle der anderen Frauen, für den einsamen Weg, wenn sie sich entscheiden müsste. Und doch ist sie sich der Kraft bewusst, wenn da ein Mann ist, der ihr die Trommeln schlägt.

– Moksha Devi Sunshine

 

Fotoquelle: unbekannt