Depression oder Burnout ?

Es gibt in der Literatur nur einige markante Unterscheidungsmerkmale.

  • 1. Unterschied:
    Eine oft zitierte Faustregel besagt, dass Burnout „kontext-bezogen“ (meist arbeitsbezogen) ist, während Depression „kontext-frei“ und allumfassend ist, also alle Bereiche des Lebens durchdringt.
    Es wird auch gesagt, dass Depressive immer depressiv sind, während Ausbrenner(innen), jedenfalls in den früheren Stadien, auch noch teilweise unbeschwerte Phasen haben können.
    Man könnte also – sehr stark vereinfacht – sagen: Ein Lottogewinn von 10 Millionen Euro könnte einem Menschen normalerweise aus einem Burnout-Prozess heraushelfen — einem Depressiven (im klinischen Sinne) dagegen nicht.
  • 2. Unterschied:
    Bei Burnout trifft man häufig auf ein sonderbares Phänomen, das es nur selten innerhalb der Depression gibt, nämlich „müde, matt und abgeschlagen“ nach außen, gleichzeitig innerlich aber unruhig, nervös und gespannt, mitunter sogar reizbar und gelegentlich aggressiv zu sein. So etwas hat man früher sehr treffend als „reizbare Schwäche“ bezeichnet.
  • 3. Unterschied:
    Ein drittes Unterscheidungsmerkmal zwischen Depression und Burnout besteht darin, dass Menschen in einem Burnout-Prozess normalerweise kämpfen.

Der Erschöpfung auf der Spur
Es müssen Hunderttausende sein, vielleicht sogar Millionen. Menschen, die sich müde und ausgelaugt fühlen und deren Erschöpfung nicht mehr weichen will. Die Aufgaben im Alltag fallen ihnen zusehends schwer. Sie fühlen sich in einem Hamsterrad gefangen, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr, und wissen nicht mehr, wie sie dort herauskommen sollen. Viele von ihnen schlafen schlecht, die Beziehung leidet, die Kinder kommen zu kurz, für die Freunde fehlt die Energie. Daneben wächst die Angst, nicht mehr über das eigene Leben bestimmen zu können – allen Freiheiten zum Trotz. Was, wenn Körper und Seele den durchgetakteten Tagen in der Blackberry-Ära nicht mehr standhalten? Was tun, wenn plötzlich das Hirn nicht mehr richtig arbeitet, wenn das Herz jede Nacht bis zum Hals schlägt? Am Ende einer solchen Krise steht häufig die völlige Erschöpfung mitsamt einer Depression.

http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2013-01/droge-leistung-burn-out/komplettansicht