Archiv für den Monat: Januar 2014

So-tun-als-ob

„Ich werde mich nicht selbst sabotieren, so sehr es mich auch dazu drängt“

Die Party ist vorüber, Sie haben Ihren Traumjob bekommen und müssen heute um 8 Uhr früh dort sein.

Das Vorstellungsgespräch haben Sie bravourös gemeistert, jetzt müssen Sie vor all den 300 Kollegen sprechen, sich als neuen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin vorstellen, Ihr „Plädoyer“ halten.

Sie werden sich in unbekannte Gewässer bewegen, unbekannte Menschen, fremde Menschen.
Glauben Sie bloß nicht, dass Ihre alte und bekannte Angst nun plötzlich verschwunden ist! Keineswegs. Sie ist immer noch bei Ihnen, und sie wird Sie weiterhin zum Schreien bringen, selbst wenn das Schlimmste vorbei ist und jeder andere längst von Ihrer Vorstellung überwältigt ist.

Es gibt einen Trick, der sehr hilfreich ist:

Stellen Sie sich im Geiste vor, dass all diese Menschen, diese Kollegen, die jetzt auf Sie warten, alte Bekannte sind, die Sie schon sehr lange kennen.
Stellen Sie sich das bereits zuhause, auf dem Weg ins Bad, beim Anziehen, beim Frühstücken (falls Sie überhaupt einen Bissen runter bekommen), im Auto, auf der Fahrt in Ihre neue Firma, beim Betreten des Eingangs, und bis zuletzt vor der großen „Konzerttür“, stellen Sie sich Ihr Mantra vor!
Spätestens jetzt werde Sie eine innere Ruhe finden, Ihr Herzinfarkt ist knapp an Ihnen vorbei gegangen.
Dann gehen Sie rein und agieren wie ein Profi !

Es ist lediglich so, dass Sie das Ereignis innerlich vorwegnehmen, die ängstliche Energie, die Sie einschließt hat ein Ventil gefunden. Es wird funktionieren !

In bestimmten Situationen können Sie es sich nicht leisten „zusammenzubrechen“

 

Am Anfang dieses Lebens

Am Anfang dieses Lebens warst du ein Kind, das nichts anderes wollte, als zu lachen, zu spielen, dich und die Welt zu entdecken, zu lernen und deine Freude mit anderen zu teilen. Du warst Liebe und Freude pur. In den Jahren darauf lerntest du von großen Menschen, die selbst im Innern verletzte, angepasste Kinder waren, die ihr Herz schon lange verschlossen hatten für die Liebe, dass du so, wie du bist, nicht in Ordnung seiest, dass du dich bessern, anpassen und lernen müsstest, ein ‚guter‘ Mensch zu werden.

Aber in dieser Zeit warst du abhängig, wolltest dazu gehören und hast dich nach Aufmerksamkeit, Liebe, Annahme gesehnt, weil diese Energie dich nährte. Aus den vielen kritisierenden, herabsetzenden und korrigierenden Rückmeldungen hast du geschlossen, dass du nicht in Ordnung seiest, nicht richtig, nicht liebenswert und gut.

In diesen ersten Jahren Unfreiheit und Abhängigkeit hast du gelernt, Scham, Schuld, Minderwertigkeit, Angst und Kleinheit in dir zu züchten durch deine dich selbst abwertenden Gedanken. „Was sollen denn die Nachbarn sagen? Schäm dich was. Pass dich an und werde „normal“ so wie wir“, hieß die Aufforderung.

Später brauchten wir diese Sätze von außen nicht mehr. Wir hatten sie uns selbst so oft gesagt, dass wir nach ein paar Jahren in uns einen inneren Richter und Kritiker gezüchtet haben, der die Aufgabe deiner Eltern übernahm. Und noch heute, wo wir im Außen frei sind, ein Leben unserer Wahl zu führen, leben die meisten Erwachsenen immer noch unter der Knute und Aufsicht dieses inneren Aufsehers und Mahners, der ihnen ständig zuruft: Pass auf, was die Anderen über dich denken und sagen könnten. Sei normal wie sie. Schau, was sie von dir wollen, und mach es ihnen Recht. So kommst du hier über die Runden!“

Erkenne deine Scham als das Werk der Unliebe zu dir selbst. Höre auf dein Herz und lebe frei und unverschämt und ruf der Welt zu „Ihr dürft denken und reden über mich, was ihr wollt. Ich höre auf mein Herz und bringe es täglich mehr zum Singen. Ich lebe ein unverschämt, freies, glückliches Leben.“

– Robert Betz

 

 

Ein großes Hindernis für Ihr Glück…


…ist die Angst, etwas falsch zu machen.

Ungezählte Wünsche in unserem Leben bleiben unerfüllt, und das nur aus dem einzigen Grund, weil wir Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Wir sagen: „Das lasse ich lieber bleiben, sonst mache ich mich lächerlich“ oder „Das Risiko ist mir zu groß“.

Wir verdrängen, statt zu riskieren, obwohl wir längst wissen sollten, welche Folgen die ständige Verdrängung haben kann.

Wer beurteilt eigentlich, ob wir etwas falsch oder richtig machen? Wer legt die Maßstäbe fest, an denen unser Handeln gemessen wird? Wer sind die Leute überhaupt, deren Kritik wir so sehr fürchten? Haben Sie darüber schon ein mal nachgedacht?

Es sind immer andere Leute, die uns nach ihren Vorstellungen bewerten. Wenn wir das tun, was sie von uns verwarten, loben sie uns. Wenn wir es nicht tun, ist es in ihren Augen falsch.
Genau diese Leute interessieren sich auch nicht für unser Glück, im Gegenteil, ihnen ist es völlig egal, ob wir glücklich oder unglücklich sind.

Es ist in manchen Fällen sehr wichtig, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Zum Beispiel, wenn man häufig Dinge macht, die man eigentlich gar nicht tun möchte. Das kann einem viel Energie rauben. Wenn man sich dauerhaft zu extrem nach den Erwartungen anderer Leute richtet, kann das sogar krank machen. Man lebt dann womöglich ein sehr fremdbestimmtes Leben.

Wenn wir aber entschlossen sind, uns aus eigener Kraft nach eigenen Vorstellungen glücklich zu machen, bestimmen wir selbst, was für uns falsch und richtig ist.

Wenn wir die Verantwortung für unser Handeln selbst übernehmen, sind wir niemandem mehr Rechenschaft schuldig. Und wenn wir entschlossen sind, aus allen Fehlern zu lernen, brauchen wir sie nicht mehr zu fürchten. Ganz im Gegenteil: Dann sind sie nützliche Hinweise darauf, welche Fähigkeiten wir uns noch aneignen müssen, damit uns das gelingt, was wir uns als Ziel gesteckt haben.

Nach eigenen Maßstäben zu leben, ist der befreiende Schritt aus der Abhängigkeit vom Urteil anderer. Die vage Wertung „Das tut man nicht“ gilt nicht mehr. Wer ist schließlich dieser ominöse und vielzitierte „man“, der uns daran hindert, etwas zu tun, was uns glücklich machen würde? Kennen Sie ihn? Hilft er Ihnen, wenn Sie in Schwierigkeiten sind? 

Die Angst, etwas falsch zu machen, ist allerdings sehr oft auch nur die Entschuldigung vor sich selbst, etwas nicht zu tun. Aber woher sollten wir wissen, ob diese Angst überhaupt berechtigt war, wenn wir uns nicht die Chance geben, es herauszufinden?

Tun Sie, was Sie tun wollen, dann wissen Sie es. Es gibt immer zwei Möglichkeiten, mit der Angst fertig zu werden: Entweder Sie laufen vor ihr weg, oder Sie gehen auf sie zu mit dem festen Glauben daran: „Ich bin stärker als du, Angst.“

Je öfter Sie diese Herausforderung stellen und je öfter Sie dabei den Sieg davon tragen, um so stärker wird Ihr Selbstbewusstsein. Bis Sie sich davon überzeugt haben: „Ich brauche mich vor nichts zu fürchten, wenn ich daran glaube, dass ich alles erreichen kann, was mich glücklich macht.“

Der einzige Mut, den du jemals brauchen wirst,
ist der Mut, das Leben zu leben, das du erträumst.
– Ophrah Wimphrey

 

My mind is all over the place

Vor kurzem habe ich diese wunderbare Mentalmassage im Buch von Peter Schellenbaum entdeckt. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich habe diese Massage ausprobiert und praktiziere sie noch heute. Die Mentalmassage zeigt einen praktischen Erfahrungsweg, der unmissverständlich zeigt, dass unser Organismus ein unvorstellbar großes Potential an Selbstgesundung enthält. Zu dessen Belebung ist von meiner Seite her nichts nötig als entspannte, wohlwollende Aufmerksamkeit auf das, was von alleine geschieht, sofern wir nicht behindern. Nicht die Liebe, sondern die Angst vor ihr bedarf der Therapie. Liebe bricht spontan in unserem Leben auf, sobald die Widerstände gegen sie schwinden.

Auf diesem Erfahrungsweg geht es um die Entfaltung der Selbstliebe durch vorurteilslose Aufmerksamkeit für autonome Vorgänge im eigenen Körper. Die bewusste Zuwendung, die wir uns schenken, hat nichts mit Autosuggestion zu tun. Ich rede mir nicht ein: „Mein Körper ist von leuchtender Gesundheit“, sondern ich lasse den Körper sich aussprechen und bin bereit, auch  schmerzliche Botschaften von ihm zu hören.

Es ist kein schwieriger Weg den ich vorschlage, keine Gefühlsausbrüche, kein Durchfall oder Ähnliches, sondern ein innerer, sehr inniger Weg, auf dem sich ungesunde Verkrampfungen und Verspannungen von alleine lösen, wenn wir uns ihnen zuwenden.

Die Mentalmassage dient der Einübung der Körperaufmerksamkeit: auf mentalem, das heißt geistigem Weg „massieren“ wir uns selber. Sie bewirkt Entspannung und Wohlbefinden. Die Erfahrung, die man dabei machen wird hört sich banal an: „Ich spüre das, was in meinem Körper alleine geschieht.“

Ich beginne zuerst mit der gelenkten Mentalmassage und komme dann später auf die improvisierende Mentalmassage.

Die gelenkte Mentalmassage hat auch den Sinn, dass sie mit den vielfältigen Körperempfindungen, die durch Mentalmassage geweckt werden können, vertraut macht. Ist dies gelungen, steht es uns frei, ab und zu den Grundweg zu verlassen und in die improvisierende Mentalmassage, eine eigene, jetzt erspürten Spur zu folgen. Würden wir uns auf einen festen Übungsablauf fixieren, bestünde die Gefahr, dass die Mentalmassage zu einem äußerlichen Ritual verfremdet und somit unwirksam würde. Die erneute Rückkehr zum Grundweg in der gelenkten Mentalmassage ist vor allem in Zeiten der Krisen und Belastungen, wenn das spontane Erspüren blockiert ist, sehr hilfreich.

Wir legen uns bequem auf den Rücken, mit locker ausgestreckten Armen und Beinen, den Kopf nach oben, also nicht seitwärts gedreht, und mit verschlossenen Augen. Soweit es uns möglich ist, versuchen wir unsere Muskeln zu entspannen. Die Muskelentspannung und die Atmung, werden sich im Laufe der Mentalmassage von alleine vertiefen.

Nun wenden wir entspannt, ohne Willensanstrengung, die Aufmerksamkeit den Handflächen zu. Jetzt warten wir einfach darauf, was in unseren Handflächen geschieht. Vermutlich werden sie bald warm, beginnen angenehm zu kribbeln und unter der verstärkten Blutzufuhr leise zu vibrieren. Wir gehen erst weiter, wenn die Empfindungen in den Handflächen nach einer Steigerung anfangen, etwas nachzulassen.

Dann wandern wir mit der Aufmerksamkeit langsam gleichzeitig beiden Armen entlang hoch und verweilen immer dort, wo die Empfindung stärker ist. Wenn auch die entspannten Muskeln auf die Mentalmassage zu reagieren beginnen, spüren wir diese besonders deutlich. Die Oberarmmuskeln, denen wir uns nun widmen, darauf die Brustmuskeln und im Zusammenhang mit dem linken Brustmuskel auch der Herzmuskel fangen an, abgesehen von der Arbeit, für die sie gemacht sind, sich zu bewegen und zu lockern.

Im Herzmuskel führen die feinen Eigenbewegungen, die mit der Leistung des Herzschlags nichts zu tun haben, zu einem entspannten, sicheren Wohlbefinden.

Im Sport ist die erste Reaktion auf Verkrampfungen meist Abwehr gegen die verkrampfte Stelle. Es wird unbewusst Widerstand gegen die Verkrampfungen und dem ganzen des Organismus erzeugt. Widerstand gegen den Widerstand. Dadurch wird die Blutzufuhr herabgesetzt. Dieser Zusammenhang lässt sich bei einem Wadenkrampf leicht beobachten. Sobald wir uns der Abwehr gegen die betroffene Stelle bewusst werden und sie in Aufmerksamkeit wandeln, löst sich der Krampf meist in kurzer Zeit. So können auch Sportler durch lokale Mentalmassage ihre Angstabwehr gegen einen Muskelkrampf oder einen infolge von Überbeanspruchung schmerzenden Muskel auflösen. Die Leistungsfähigkeit der Muskel wird wieder erhöht.

Wir sind also über die Handflächen langsam bis zu den Schultern empor gewandert und haben angefangen, an der Vorderseite des Körpers hinabzusteigen. Bei vielen Menschen spricht die Brust beidseitig kräftig auf die Mentalmassage an. Gerade nervöse und in Beziehungen gehemmte Menschen, spüren hier ein starkes Wohlbefinden, das in den ganzen Körper ausstrahlt. Das Wohlbehagen verstärkt sich, wenn wir die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf beiden Seiten der Brust ruhen lassen. Im Gegensatz zum Autogenen Training ist die Mentalmassage immer polar. Das gilt auch für die gleichzeitige Aufmerksamkeit für beide Handflächen und beide Arme. Aus diesem Grunde ist Mentalmassage nicht nur entspannend, sondern auch anregend.

Nun lassen wir die Aufmerksamkeit auf der Vorderseite des Körpers nach unten gleiten und sich im Bauch breit machen. Wir folgen einfach jenen Stellen im Bauch, wo sich Leben (Bauchknurren etc.) am intensivsten bemerkbar macht, und verweilen bei ihnen. Nach und nach fühlen wir uns, als seien wir soeben aus einem erholsamen Mittagsschlaf erwacht. – Nun beginnt sich auch der Darm da und dort durch die verstärkte Blutzufuhr zu bewegen. Wiederum folgen wir achtsam dem Körper.

Jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit nach und nach auf die Geschlechtsteile. Dabei verfolgen wir nicht einen bestimmten Zweck, etwa den der sexuellen Reizung und Aufladung. Wir lassen die Vibrationen einfach kommen und gehen, wie sie wollen. Mal sind sie stärker, mal schwächer, das spielt keine Rolle. Wir wandern jetzt der Vorderseite der Füße entlang bis zu den Zehenspitzen und von diesen wenden wir uns den Fußsohlen zu. Die Fußsohlen sind außerordentliche Kraftstellen. Es lohnt sich, länger dort zu verweilen. Oft bewirkt schon die erste Zuwendung der Aufmerksamkeit, dass eine heiße Energiequelle von den Füßen durch die Beine und den ganzen Körper emporschießt. Hier gilt auch, nicht durch eine zusätzliche Willensanstrengung, das Ganze zu verstärken. Wir bleiben achtsam und ruhig bei den Fußsohlen, es entsteht eine innige und intensive Empfindung auf. Dies ist auch ein Hinweis, wie unbewusst wir im Alltag auf unseren Füßen, das heißt auf der Erde und dem Boden der Wirklichkeit stehen.

Nun folgt die aufsteigende Bewegung durch die hintere Körperhälfte. Indem wir langsam den Beinen entlang zum Gesäß gleiten, spüren wir, wie sich unser Wohlbehagen formt und immer umfassender wird.
Die Empfindungen im Vorderteil des Körpers sind nicht verschwunden. Auch wenn sie wieder abgenommen haben, vibrieren sie doch noch im Gesamtorganismus mit. Die Selbstliebe breitet sich aus und äußert sich in einer immer vollständigeren Schwingung des ganzen Körpers.

Von allen Seiten „umfassen“ wir das Gesäß, bis wir es ganz spüren, und steigen dann behutsam den Rücken entlang hoch, halten inne, wo das Leben stärker „anschlägt“. Je nachdem, wo jetzt unsere Empfindungen auftreten, wandern wir den Rücken entlang hoch und lassen unsere Aufmerksamkeit polarisieren, wie es uns wohltut.

Im Nacken werden wir vermutlich länger verweilen, weil hier starke Empfindungen, manchmal zu Beginn Schmerzen, dann lösende, lockernde, ziehende Empfindungen auftreten. Indem wir diesen nicht ausweichen, sondern in ihnen aufgehen, schließen wir den Kopf und seine Gedanken dem Gesamtorganismus an. Wir steigen nun weiter den Hinterkopf entlang hoch bis zum Scheitel.

Hier haben wir vielleicht das Gefühl, dass wir wie von oben angezogen werden – es könnte die Sonne sein. Empfinden wir dies, wird der Atem noch tiefer, als er im Laufe der Mentalmassage ohnehin schon geworden ist. Wir lassen nun unsere Aufmerksamkeit nach vorne über das Gesicht und um den ganzen Kopf streichen. Unsere Gesichts- und Kopfhaut kribbelt wie unter einer heimlichen Liebkosung. An Stellen, die uns vielleicht nicht so gefallen, streichen wir besonders behutsam.

Zum Schluss erfüllen wir mit unserer Aufmerksamkeit möglichst lange und ausdauernd den Körper als Ganzes. Die neu belebte Energie strahlt aus.

Im Gegensatz zur gelenkten Mentalmassage, erwarten wir in der improvisierten Mentalmassage das erste und alle folgenden Lebenszeichen direkt vom Körper. Wir richten also die Aufmerksamkeit nicht vorrangig auf die beiden Handflächen, sondern überlassen dem Körper die Initiative. (Das ist sehr wichtig,  da jeder zu seinem eigenen Körper finden kann.) Vielleicht meldet er sich zunächst mit einem Schmerz an einer bestimmten Stelle. In diesem Fall schenken wir der schmerzenden Stelle ohne Abwehr und unsere ganze Aufmerksamkeit. Der Schmerz ist neutral, er ist einfach „richtig so“: er ist, was wir sind. Unsere wache Aufmerksamkeit wird also identisch mit ihm. Diesen Vorgang meint wohl die unglückliche formulierte Aussage, einen Schmerz „anzunehmen“. Genau gesehen, wäre es Masochismus, einen Schmerz einfach anzunehmen, denn das würde bedeuten, dass wir etwas Fremdes gegen unser Empfinden an uns nehmen. Wenn wir einen Schmerz nur „annehmen“, als käme er wie „angeflogen“ von außen her, geschieht nichts, außer, dass wir vielleicht depressiv werden. Erleben wir uns jedoch ohne Abwehr im Schmerz, geschieht unerwartet viel.

In der Mentalmassage löst sich der durch Verspannung entstandene Schmerz oft schnell und macht vielerlei spontan auftretenden Körperregungen und -empfindungen Platz.
Wenn wir genug Zeit haben, dehnen wir die Wanderung durch den Körper so lange aus, wie die Aufmerksamkeit an den verschiedenen Körperstellen anhält. Diese Bemerkung gilt sowohl für die gelenkte, als auch für die improvisierende Mentalmassage. Haben wir wenig Zeit, genügen zur Belebung oft schon wenige Minuten und diese wenigen Minuten reichen aus, damit wir uns frisch und erholt fühlen. Wenn wir Schlaf brauchen, fördert sie die zum Einschlafen erforderliche Entspannung. Sie wirkt auch bei Durchschlafstörungen. Sie heilt, in dem sie zu einem neuen, wachstumsfördernden Leben befreit.

(Quelle: Peter Schellenbaum – Auszug „Befreiung der Lebensenergie“)

 

 

Positives Denken kann man lernen

Ein lehrreiches Märchen für Erwachsene

Dies ist die Geschichte von einem alten Mann und einem kleinen Jungen, die vor vielen Jahren lebten. Der alte Mann hieß Sartebus und der Junge Kim. Kim war ein Waisenkind und lebte ganz für sich allein. Er zog von Dorf zu Dorf, auf der Suche nach Essen und einem Dach über dem Kopf. Doch es gab noch etwas, nach dem er suchte, etwas, das viel wichtiger war als ein voller Bauch und ein bequemes, trockenes Nachtlager – Kim suchte nach einer Einsicht. „Warum“, fragte er sich, „sind wir ein Leben lang auf der Suche nach etwas, das wir nicht finden können? Warum muss alles so schwer sein? Machen wir es uns selbst schwer, oder soll es einfach so sein, dass wir uns so plagen?“

Das waren weise Gedanken für einen Jungen in Kims Alter. Doch gerade weil er so dachte, traf er auf seinem Weg eines Tages einen alten Mann, der den gleichen Weg ging, und der, so hoffte Kim, ihm vielleicht die eine Antwort geben konnte.

Der alte Mann trug auf seinem Rücken einen großen, zugedeckten, geflochtenen Korb, der sehr schwer zu sein schien, besonders für einen solch alten und müden Mann. Eines Tages machten sie Rast an einem Bach, der neben dem Weg entlang floss. Der alte Mann stellte erschöpft seinen Korb auf den Boden. Kim hatte den Eindruck, als trage der Mann alle seine irdischen Güter in diesem einen Korb mit sich herum. Er schien so schwer zu sein, dass selbst ein viel jüngerer und stärkerer Mann ihn wahrscheinlich nicht sehr lange hätte tragen können. „Weshalb ist denn dein Korb so schwer?“ fragte Kim Sartebus. „Ich würde ihn gerne für dich tragen. Schließlich bin ich jung und stark, und du bist müde.“ „Nein, den kannst du nicht für mich tragen“, antwortete der alte Mann. „Den muss ich ganz alleine tragen.“ Dann fügte er hinzu: „Eines Tages wirst du deine eigenen Wege gehen und einen Korb tragen, der genauso schwer ist wie dieser hier.“
Viele Tage und Wege gingen Kim und der alte Mann viele Meilen zusammen. Und obwohl Kim dem alten Sartebus viele Fragen darüber, warum Menschen sich so plagen müssen, stellte, bekam er keine Antworten. So sehr er sich auch bemühte, er konnte nicht herausfinden, was für ein schwerer Schatz sich wohl in dem Korb befand, den der alte Mann mit sich führte.

Spät in der Nacht, am Ende ihrer langen Tagesreise lag Kim manchmal still da und tat so, als schliefe er. Er lauschte dem alten Mann, der im flackernden Licht des kleinen Feuers in seinem Korb kramte und leise mit sich selbst redete. Doch am nächsten Morgen sagte er, wie immer, kein Wort.

Erst als Sartebus nicht mehr weitergehen konnte und sich ein letztes Mal zur Ruhe legte, erzählte er dem jungen Kim sein Geheimnis. Während der letzten gemeinsamen Stunden gab er Kim nicht nur die Antwort darauf, was es mit dem Korb auf sich hatte, sondern auch, warum die Menschen sich so plagen.

„In diesem Korb“, sagte Sartebus, „sind all die Dinge, die ich von mir selbst glaubte und die nicht stimmten. Es sind die Steine, die meine Reise erschwerten. Auf meinem Rücken habe ich die Last jedes Kieselsteines des Zweifels, jedes Sandkorns der Unsicherheit und jedes Mühlsteines des Irrweges getragen, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe. Ohne sie hätte ich so viel weiter gehen können. Ich hätte die Träume verwirklichen können, die ich mir so oft ausgemalt habe. Aber mit Ihnen bin ich hier am Ende meiner Reise angelangt“.

Ohne die geflochtenen Kordeln zu öffnen, mit denen der Korb an ihm festgebunden war, schloss der alte Mann die Augen und schlief ruhig zum letzten Mal ein.

Bevor Kim in jener Nacht selbst schlafen ging, löste er jede der Kordeln, die den Korb an den alten Mann banden und stellte den Korb vorsichtig auf den Boden. Danach löste er genauso vorsichtig die Lederriemen, die den geflochtenen Deckel festgehalten hatten, und öffnete den Korb. Vielleicht, weil er nach einer Antwort auf seine Frage gesucht hatte, war er überhaupt nicht erstaunt darüber, was er in dem Korb vorfand. Der Korb, der den alten Sartebus so lange niedergedrückt hatte, war leer.

Und was tragen Sie mit sich herum?

Ist es nicht so, dass wir alle, wie Sartebus, Gedanken, Erwartungen und Vorstellungen mit uns herumtragen, deren Gewicht uns belastet und die uns daran hindern, viele der Möglichkeiten zu ergreifen, die das Leben für uns bereithält?

Wie aber können wir herausfinden, was in unserem Korb ist? Wie sieht das Gewicht aus, das uns niederdrückt? Welche Beschränkungen bezüglich unserer Person und der Fähigkeiten existieren nur in unserer Vorstellung, nicht aber in der Realität?

Sartebus wusste leider nicht, dass er die Mühlsteine, die nur in seiner Vorstellung existierten, wegwerfen konnte. Wir haben nämlich die Kontrolle darüber, was wir denken – zu 100 %. Wir bestimmen, welche Gedanken und Sorgen sich bei uns festsetzen und uns negativ beeinflussen. Wenn wir niedergeschlagen sind und uns im Leben schwer tun, dann aufgrund der Last unserer negativen Gedanken. Sie gilt es über Bord zu werfen, ehe sie uns – durch ihr Gewicht – weiter mit sich nach unten ziehen und wir mit ihnen untergehen.

 

 

Mentales Kung Fu

„Werde gut oder geh.“

Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das
zu tun, was erforderlich ist.

Was einen guten Trainer ausmacht, ist die Fähigkeit, seine Spieler zu ungewöhnlichen
Leistungen zu veranlassen.

Wenn die Passion fehlt, fehlt alles. Ohne Leidenschaft ist nichts zu erreichen.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen.
So wird dir Ärger erspart bleiben.

Man muss selbst ausdauernder sein als die Schwierigkeiten, – es gibt
keinen anderen Ausweg.

Was wir auch fühlen oder wissen mögen, welche Begabungen und Talente auch in uns schlummern mögen, nur Handeln erweckt sie zum Leben. Wer meint, begreifen zu können, was Tun, Mut oder Liebe bedeuten, entdeckt eines Tages, dass er nur weiß, wenn er handelt; aus dem Tun wird das Verstehen.
– Dan MilIman 

Du sollst nie diese Worte aussprechen:
Ich kenne das nicht, also ist es falsch. Man muss lernen, um zu wissen; wissen, um zu verstehen; verstehen, um zu beurteilen.
– Leitspruch v. Narada

Achtsamkeit zeigt uns immer wieder genau, was zu tun ist, und Selbstdisziplin hilft uns, es tatsächlich zu tun. Beides ist für das selbständige Üben und ein bewusstes Leben unerlässlich.

Wer eine Schlacht gewinnen will, muss denken, dass er der Sieger ist. Man kann eine Schlacht auch verlieren, wenn man denkt, man ist der Sieger. Aber man kann nie und nimmer gewinnen, wenn man sich für einen Verlierer hält.

Ein Krieger gibt das, was er liebt nie auf!
– Ruedi Zahner

Das Leben mutet dir nur so viel zu, wie du meistern kannst.
Ein Traum ist bloß ein Traum. Ein Ziel ist ein Traum mit einer Deadline.

Trau keinem, der dich lächelnd fragt, ob du kämpfen möchtest.
– Jason Chambers

Das Leben tätowiert uns, ohne dass wir es merken.

Wer nicht versteht, wo genau das Problem liegt, der kann auch keine Lösung finden.

Sich nach etwas sehnen, heißt auch, einen schweren Weg bis zum Ende gehen.

Es gibt nur zwei wichtige Regeln zum Erfolg: 1. Verrate nicht alles, was Du weißt.

‎Scheiß doch drauf, zeig Mut – Wer Angst hat Fehler zu machen, macht Fehler.

Die Welt kann aus Euch keinen besseren Menschen machen, selbst wenn sie es wollte. Sie kümmert sich überhaupt nicht darum, ob du Erfolg hast oder nicht. Das ist Eure Aufgabe!

Weltverbesserer gibt es genug, aber einen Nagel richtig einschlagen können die wenigsten.

Wer nicht vorwärts strebt, dem ist es nicht ernst mit sich selber!

Wenn ich es mir recht überlege, hat das ganze Überlegen keinen Sinn – ich tue es einfach!

Wenn dir jemand erzählt, deine Idee sei verrückt – höre nicht auf ihn.

Niemand kümmert sich wirklich, wenn Ihr unglücklich seid, Ihr könnt also genauso
gut glücklich sein!

Streng dich an. Versuche, soviel Ausbildung wie möglich zu bekommen, und dann, um Himmels willen, tu etwas!

Geh für deine Ideen durch die Hölle.

Erledige zuerst die Aufgabe. Kümmere dich um die Genehmigung später.

Du bist sofort die Hälfte deiner Probleme los, wenn du den Leuten nicht länger erlaubst, dass SIE dir sagen, was DU willst.

Veränderungen machen uns vor allen Dingen deshalb Angst, weil sie uns dazu zwingen, uns aus der Hängematte der Gewohnheit heraus zu begeben.

Mach nur einmal das, von dem andere sagen, dass du es nicht schaffst, und du wirst nie wieder auf deren Grenzen achten müssen.

Egal wie eingehend du etwas studierst. Worauf du dich wirklich verlassen musst ist deine Intuition und wenn es darauf ankommt weißt du nicht was geschehen wird, solange du es nicht tust.
– Konosuke Matsushita

 

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2014 text by Marita Schroeder