Verlassene, Ungeliebte und der spirituelle Mensch

Spirituelle Menschen sind innen wie außen und zeigen so ihre Liebe zum Mitmenschen.
Das heißt wörtlich die Erleuchtung des Herzens, aus der das Mitgefühl mit allen leidenden Wesen quillt. Es ist das Ziel, durch Mitgefühl andere vom Leiden zu befreien, was eine große Bedeutung für den spirituellen Menschen hat. Gerade diese Menschen haben eine unaufdringliche, warme, in der Verlebendigung des eigenen Herzens wurzelnde DU-Liebe, aber keine „exzentrische“ Nächstenliebe, die auch Dinge tut, die der andere für sich selber tun müsste, und ihren seelischen Ursprung im Mangel an Selbstliebe und der verdrängten Machtgier hat.

Früh Verlassene und Ungeliebte sind Du-lose und isolierte Menschen. Sie machen mit sich selber, was andere mit ihnen gemacht haben: sie lassen sich selber im Stich. Jetzt, auch von sich selber verlassen, kennen sie niemanden mehr, der sie lieben könnte. Wer sich selber aus dem Gespür verliert, kann kein Liebender, kein Du-bezogener sein. Die Du-losigkeit, der Beziehungsbruch zum Du, macht zum Gefangenen des eigenen ungeliebten Ich: „Wer mich liebt, mit dem stimmt etwas nicht.“

Die Energie der Liebe kann sich nur durch liebevolle Hinwendung zur Wunde unseres Ungeliebtseins erschließen. Die Verlebendigung der Liebe führt zur Befreiung aus der lange durchlittenen Isolation. Einerseits stammt das Gefühl der Isolation aus bitteren Erkenntnissen vor allem in der Kindheit und Jugend, in entscheidenden Momenten und über längere Zeit alleine gelassen, nicht verstanden, missverstanden, übergangen, zurückgesetzt, nicht geliebt worden zu sein. Andererseits ist es allen Menschen gemeinsam und nicht nur denen vorbehalten, deren Leben auf frühe traumatische Erfahrungen gebremst und fehlgeleitet wurde.

Unliebsame Spiele wurden gespielt,
manche aus Spaß, Lust und Laune,
manche aus Angst und um das echte,
verletzliche ICH zu schützen.
Doch der schützende Rahmen ist bereits zerbrochen.
Die notwendige Basis um Unliebsame  Spiele zu spielen,
ist bereits zerstört, liegt in Trümmern.
Nun lässt es sich nicht mehr spielen,
die inneren Dämonen der Angst,
lassen sich nicht mehr vertreiben.
Sie sitzen direkt im Zimmer!
Schwierig für jene, die gerne flüchten,
vor dem, was sie nicht sehen wollten.
Weniger schwierig ist dies für jene,
die ihre Dämonen bereits kennen gelernt haben,
sich ihnen immer wieder stellten.
Welchen Weg auch immer du für dich gewählt hast,
wie auch immer du dich einst entschieden hast
dein Leben zu leben, jetzt ist die Zeit der Veränderung da!
So wie es einst war wird es nicht mehr!

Der Wille zur Veränderung ist eine Stärke
auch wenn dadurch Teile der Persönlichkeit
für eine Zeit in das totale Chaos gestürzt werden.

 

„Egoistisch sind wir nicht deshalb, weil wir uns selber zu sehr lieben,
sondern weil wir uns zu wenig lieben. Wenn wir uns beispielsweise
im tiefsten Innern ungeliebt fühlen, uns aber um dieses
Gefühl nicht kümmern, weil wir es verdrängt haben, dann werden
wir bedürftig, gierig, ja süchtig sein nach der Liebe anderer.

 – Safi Nidiaye

 

Marita Schroeder – The Future Force