Trainer-Coaching-Philosophie

Unter der Annahme, ein Coach führe seine Rolle auf der Grundlage seiner Erfahrung, sein Wissen, seine Werte, seine Einstellungen und Überzeugungen. Dies ist eine Philosophie, die er wahrscheinlich unbewusst tut. Die Frage ist – weiß er wirklich selbst genug, um zu verstehen, was seine Grundwerte und Coaching-Methoden sind? Eine Coaching-Philosophie für sich, die gut durchdacht ist, klärt viele Aspekte des Trainers und präsentiert eine konsistente und positive Botschaft an die Athleten die trainiert werden. Einer der stärksten Vorteile die sich aus einem konsequenten und aufrichtigen Ansatz für das Coaching ergeben ist Vertrauen. Eine starke Bindung zwischen Trainer und Sportler führt zu höherem Engagement und sportlicher Leistung. In diesem Sinne ist es der kluge Trainer, der sich die Zeit nimmt, seine persönliche Coaching-Philosophie zu durchdenken und zu formalisieren.

Entwicklung einer Philosophie

Bei der Entwicklung einer formalen Philosophie für ein Coaching-Philosophie-Dokument, mit dem Ziel, ein besserer Trainer zu sein und zur Verbesserung der Trainer / Athlet Zufriedenheit beizutragen und damit überlegene sportliche Ergebnisse zu erreichen, kann der Trainer 3 Schlüsselkomponente entwickeln. Diese drei Komponenten sind:

  • Kennt er selbst seine Stärken, Schwächen und den Bereich der Verbesserung. Ist er sich seinem schwächsten Punkt bewusst?
  • Weiß er selbst die Hindernisse, die ihm begegnen werden und können.
  • Versteht er seine Athleten, ihre Persönlichkeiten, Fähigkeiten und Ziele und warum sie gerade diesen Sport betreiben.

Coach – Kenne dich selbst!

Ein  Trainer nimmt eine ehrliche Einschätzung vor, um auch zugeben zu können, dass er Schwächen hat, die wir alle haben. Doch durch die Konzentration auf seine Stärken wird er in der Lage sein, konsistente Wege zu finden diese Stärken nutzen zu können.
Ist er ein guter Lehrer und Motivator oder Akademiker, oder Kommunikator, oder ehemaliger Sportler? Ist er dynamisch oder zu weich, zu hart oder offen und freundlich?
Nutzen Sie Ihre Stärken zu Ihrem Vorteil, indem Sie sich Zeit nehmen, Ihre Stärken und Schwächen ernst zu nehmen und Ihre Werte und Überzeugungen zu kennen, denn dann können Sie Ihren eigenen Stil besser an die zu trainierenden Athleten anpassen. Darüber hinaus sollten Sie wichtige Fragen beantworten: Warum sind Sie Trainer und welche Ziele versuchen Sie zu erreichen. Selbsterkenntnis führt zum Selbstbewusstsein, und Sie wollen doch ausstrahlen was Sie glauben, oder nicht?

Wie sehen andere Sie?

Ihr Coaching-Kontext … Wirksam führen – bewusst wirken!
So wichtig es ist zu verstehen wie Sie ticken, ist es ebenso wichtig, die Grenzen Ihres Coaching-Kontextes zu verstehen. Damit meine ich: Ein gutes Verständnis für das Alter, Geschlecht und Ausbildungsniveau der Athleten, die Sie trainieren, zu haben. Wie viel Zeit Sie haben die Ihnen und Ihren Athleten zur Verfügung stehen um zu trainieren und zu konkurrieren? Was ist Ihr Entwicklungsprogramm und wie weit können Sie es verbessern durch Einbeziehung anderer Aspekte wie z.B. Sport-Psychologie oder Ernährung,
Darüber hinaus, was sind Ihre kurz,- mittel- und langfristigen Ziele für Ihre Athleten?

Verstehen Sie Ihre Athleten, ihre Persönlichkeiten, ihre Fähigkeiten, ihre Ziele?

Kommunikation ist ein wichtiger Aspekt in Coach / Athlet-Beziehungen. Es ist sehr wichtig, mit Ihren Athleten einzeln zu sprechen, um festzustellen, was ihre Werte und Überzeugungen sind, was ihre Ziele sind und warum gerade diese Sportart. Ohne dieses Wissen liefern Sie einen Trainerbeutel voll von Äpfeln und bekommen eine Tüte Orangen. Das Programm funktioniert einfach nicht richtig. Und wie oft hört man: „Der Trainer hat überhaupt kein System.“
Als Trainer sind Sie ein starkes Vorbild und können einen enormen Einfluss auf Ihre Athleten haben, wenn Sie und Ihre Athleten auf derselben Seite sind, die gleiche Sprache sprechen. Natürlich können Sie auch in 242 Sprachen schweigen, doch das wird Ihnen nicht nützlich sein, es sei denn, Sie wollen vom „Hof“ gejagt werden.
Nehmen Sie sich die Zeit, um jeden Ihrer Athleten kennen zu lernen, so als ob Sie Ihre eigenen Werte, Überzeugungen und Gewohnheiten untersuchten. Sobald Sie die Stärken, Schwächen und das Potential Ihrer Athleten kennen, dann schlage ich vor, Sie entwickeln einen Ansatz, um sie zu coachen. Werden Sie sich dabei auf die „Stars“ konzentrieren? Werden Sie „Lieblinge“ züchten? Werden Sie alle in Bezug auf Ihre Aufmerksamkeit und Hilfe gleich behandeln? Vielleicht wird der Teamwork-Ansatz für Sie arbeiten. Bleiben Sie stets loyal… anständig, auch den Gegner respektierend.

Meiner Meinung nach sollte jede Coaching-Philosophie aussagen, wie der Trainer die Ergebnisse der Ausbildung/Entwicklung und des Wettbewerbs sieht. Ich möchte noch mal betonen, wie wichtig es ist, die Athleten aufzuklären, welche Bedeutung der Entwicklungsprozess hat. Bei einem Spiel kann es nur einen Sieger geben. Heißt das, jeder andere ist ein Verlierer? Wenn man in den Medien liest, denkt man, es ist tatsächlich so.
Gerade deshalb ist es äußert wichtig Vertrauen aufzubauen, messbare Fortschritte erzielen und positiv aus Fehlern lernen.
Alle Trainer sollten Sie sich auf den Prozess und nicht auf die Ergebnisse mit Ihren Athleten konzentrieren (!)… und es ist wichtig für die Athleten, dasselbe zu tun.

Schlussfolgerung

Alle Trainer arbeiten unter einer Coaching-Philosophie. Es kann durch Instinkt oder formal dokumentiert und gut durchdacht sein.
Die Vorteile einer gut durchdachten Coaching-Philosophie:

Sie lernen über sich selbst, wie Sie ticken und welche Stärken Sie haben, warum Sie Coach sind und wie Sie effektiv über die Verbesserung Ihres Coaching auf dem Laufenden gehalten werden.

Sie erhalten ein Verständnis für Ihren Coaching-Kontext, die Hindernisse mit denen Sie konfrontiert sind und werden und wie Sie mit Einschränkungen, geeigneten und sicheren Trainingsmethoden umgehen, und die Ziele, die Sie erreichen wollen.

Sie lernen Ihre Athleten auf einer sehr persönlichen Basis kennen und können daher Ihr Training individuell an ihre Bedürfnisse, Stärken und Grenzen anpassen.

Mit diesem Wissen ist es möglich, einen Teamansatz zu entwickeln, der überlegene Leistungen erzielt. Die Verknüpfung der Aspekte der drei Segmente einer Coaching-Philosophie wird eine Coaching-Roadmap für Sie.

Helfen Sie Ihren Athleten ihre Träume zu verwirklichen.
Es sollte stets positiv, authentisch und mit Leidenschaft getan werden

“Train your mind, to see the good in everything.”

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2017 text by Marita Schroeder