Stille – Hart am Ball

„Da wo sie scheitern, musst du angreifen, in einen höheren Gang schalten und auch wenn der Rest dann aufgibt, heißt es festbeißen, dran bleiben, anspannen und standhalten. Glück nicht verwechseln mit Können, aber dein Können niemals anzweifeln. Nie genug, aber auch nie zu große Ziele. Mach die Luft in deiner Lunge zu Benzin für die Maschine, den Neid von so vielen zu Öl für das Getriebe. Neuer Tag, neues Glück, neue Regeln, neue Spieler. Hoch fliegen heißt fallen in die Tiefe. Doch ohne große Opfer gibt es keine großen Siege. Wir hören kein Nein, kein das geht nicht, kein – der Weg ist zu weit. Denn nur mit Blut, Schweiß und Tränen bezahlt man die Unendlichkeit. Und noch einen anderen Weg – kenn‘ ich keinen. Und selbst wenn, schätzt man erst den Wert, zahlt man auch den echten Preis. Du sagst, du kannst nicht, dann willst du nicht…“

Ruhe vor dem Sturm – die Bedeutung der Stille

„Auf der Suche nach dem „Klang“ des Sports kann man rasch der Toben der Menschenmenge hören, das Krachen des Cricket- oder Baseballschlägers und das Sausen der Rennläufer. Hört man jedoch ein bisschen intensiver und ein bisschen länger hin, dann hört man plötzlich die Stille. Da ist Stille im Sportler, in der Spannung die über der Menschenmenge liegt, in der Furcht des Jägers und in der Schönheit der Skihänge. Der Mensch lernt bald, dass Stille einen wesentlichen Teil unseres Lebens ausmacht und dass sie zweifellos im Sport vorherrschend ist. Stille ist nicht einfach die Abwesenheit von Tönen. Eher ist es die Präsenz. Es ist die Präsenz der Dimension Zeit. Eine Realisation des Augenblicks und der Situation.“ – Howard Slusher

Bewusstsein zu entwickeln und Selbstvergessenheit zu ermöglichen, heißt sich leer zu machen, zur Ruhe zu kommen und Stille einkehren zu lassen und genügend Aufmerksamkeit für das Wesentliche zu bewahren. Dieser Stille bewusst zu lauschen, bedeutet sich leer zu machen, bereits Bekanntes hinten anzustellen und eine Wahrnehmung aus einem klaren und unmissverständlich freien Raum zu machen.

Die meisten Menschen haben jedoch Angst vor der Stille und sehnen sich nach Beschäftigung, Lärm und damit Ablenkung. Viele Sportler können Stille nicht ertragen – können nicht verkraften, sich als intensiv lebend zu erfahren und einfach „nur da zu sein“.

60.000 Gedanken denken wir jeden Tag!

Das Bewusstsein des Menschen von heute scheint keine Verbindung zu seinen Wurzeln zu pflegen. Resultat dieser „Ich-Entfremdung“ sind Sinnverlust und Flucht vor sich selbst. Der Erfolgsmensch in der westlichen Welt scheint grundsätzlich auf der Flucht zu sein, immer volle Termine und Beanspruchungen, ständig unter Druck und in Eile – selbst die eigentliche Zeit der Regeneration (Feierabend, Urlaub) wird verplant und mit Aktivitäten gefüllt, um ja nie in Versuchung zu geraten, in Kontakt mit sich selbst zu kommen. Wenn einmal ein „Loch“ entsteht, da noch nicht verplant ist, entwickelt sich das Gefühl des Alleinseins und der Leere. Diese wohltuende innere Ruhe, die manche nur als sinnlose Leere beschreiben, wird aufgefüllt mit Lärm und einem erhöhten Geräuschpegel. Frei nach dem Motto: „Lieber ein ohrenbetäubender Lärm im Außen, als eine Angst machende Leere im Innen.“

Innere Stille ist wie eine Melodie, die eine komplette Körpererfahrung ermöglicht.

Unsere gesamte Wahrnehmung, unser Interpretationen dieser Wahrnehmung, die Bewertung dieser Interpretationen und die Reaktionen auf die vorgenommenen Wertungen werden größtenteils durch den Grad  unseres Bewusstseins bestimmt. Bewusstsein, unser Handeln, Fühlen und Empfinden betreffend, aber auch was den Grad des Bewusst-Reflektierens anbelangt. Prinzipiell gibt es keine bestimmte Form von Bewusstsein, die besser oder schlechter wäre.

„Es gibt eine Vollkommenheit, tief inmitten allem Unzulänglichem.
Es gibt eine Stille, tief inmitten aller Rastlosigkeit.
Es gibt ein Ziel, tief inmitten aller weltlichen Sorgen. Das bist Du.“
– Buddha

Stille spricht (von Eckhart Tolle)
Wenn Du den Kontakt mit deiner inneren Stille verlierst, so verlierst Du den Kontakt
mit dir selbst.
Wenn Du den Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich selbst in der Welt.
Dein innerstes Verständnis von dir selbst, was du bist, ist untrennbar von Stille.
Dies ist das „Ich bin“, das tiefer ist als Name und Form.
Stille ist Deine wahre Natur. Was ist Stille?
Der innere Raum von Bewusstsein, in dem diese Worte wahrgenommen und zu Gedanken werden. Ohne dieses Bewusstsein würde es Wahrnehmung, keine Gedanken, keine Welt geben. Du bist dieses Bewusstsein in Gestalt deiner Person.
Das äußere Geräusch entspricht dem inneren Geräusch des Denkens.
Die äußere Stille entspricht der inneren Stille. Wann immer Stille um dich herum ist, höre sie. Das bedeutet, Du bemerkst sie. Richte deine Aufmerksamkeit auf diese Stille. Die Wahrnehmung der Stille lässt die Stille in dir erwachen, weil du nur durch Stille Schweigen wahrnehmen kannst. In dem Augenblick, wenn Du die Stille um dich bemerkst, hörst du auf zu denken. Du nimmst wahr, aber du denkst nicht.
Wenn Du der Stille gewahr wirst, dann ist da sofort ein Zustand von stiller Wachsamkeit. Du bist präsent. Du bist aus einer kollektiven menschlichen Konditionierung von Tausenden von Jahren ausgestiegen.
Schaue einen Baum, eine Blume, eine Pflanze. Richte deine ganze Aufmerksamkeit darauf. Wie still sind sie, wie tief verwurzelt mit dem Sein. Erlaube der Natur, die Stille zu lehren. Wenn du einen Baum anschaust und seine Stille wahrnimmst, wirst du selbst still. Du verbindest dich mit ihm auf einer sehr tiefen Ebene. Du fühlst diese Einheit mit was immer du in und durch Stille wahrnimmst. Diese Einheit deines Selbst mit allen Dingen zu spüren, das ist wahre Liebe…

– Marita Schroeder – The Future Force

2017 text by Marita Schroeder