Sich selbst zu mögen ist nicht egoistisch

Selbstliebe ist vielmehr eine liebevolle Haltung gegenüber sich
selbst 
und der eigenen notwendigen Entwicklung.
Es gibt so viel Liebe in dir, doch dein Urteil hält dich davon ab, die Reinheit dieses ♥ deiner Vorbehalte, zu erleben, deine Angst, deine Einschränkungen. Öffne dich ganz, um in Glückseligkeit, Magie und Pracht wieder zu leben.

 Ein Teil der Selbstliebe ist die Selbstannahme, die Selbstachtung.
Diese beginnt bei der Herkunft, dem eigenen Äußeren und den persönlichen Eigenschaften.
Das erkennen seiner Fähigkeiten und Neigungen sowie das, was man als Schwäche bewertet.
Dazu gehört aber auch, seine Fehler und Unzulänglichkeiten anzunehmen und sich zu verzeihen.

„Man muss zugeben, dass man nicht alles im Griff hat“

Ich glaube, sich selbst zu lieben heißt: sich so zu akzeptieren und zu mögen wie man ist, mit all seinen Macken, Ecken und Kanten und trotzdem alles dafür tun und zulassen, dass man Fortschritte macht, dass man sich weiter in seiner Persönlichkeit entwickelt. Man muss sich selbst als wertvollen Menschen erkennen, ohne sich auf eine Stufe über alle anderen zu stellen.
Wer sich selbst nicht für einen wertvollen Menschen hält, sich nicht selber akzeptiert, wie kann er andere für wertvoll halten, andere akzeptieren und auch mögen – und zulassen, dass er selbst geliebt, akzeptiert und als wertvoll erachtet wird. Wer sich selbst nicht liebenswert hält, der glaubt auch nicht wirklich an die Liebe eines anderen. Er wird versuchen seine Gefühle zu bekämpfen, gleichzeitig bekämpft er auch die Liebe.

„Wer sich ungeliebt fühlt, verliert auch leichter wie andere, das Beziehungsbewusstsein“

Er isoliert sich von anderen und in Erinnerung an früh erlittene Kränkungen, erlebt er die Außenwelt als unerträglichen Druck, der den Drang nach Leben entgegenwirkt. Man wird zum ICH-bezogenen Menschen. Das hin zum DU, hin zum Beziehungsbewusstsein fehlt.
Das ICH-Bewusstsein soll aber nicht der Verlust der Selbstliebe sein. Hier muss man unterscheiden zwischen einer tatsächlichen und einer scheinbaren Selbstliebe, zwischen einer offenen Selbstliebe und einer narzisstischen Selbstbeobachtung.

„Unsere Einsamkeit ist unfruchtbar, weil sie sich gegen die Liebe abschirmt“

Wie befreie ich mich aus diesem Verhalten?

Ein wichtiger Schritt ist, seinen Gedanken und seinen Gefühlen ein anderes Bewusstsein zu geben, weg vom negativen Selbstgespräch Modus.
Je tiefer man in diesem Strudel gefangen ist, desto schwieriger ist es, da raus zu kommen. Was dann hilft, ist nur eine radikale Umkehr seiner Gedanken – ein mentales Um-erleben. Du musst dich bewusst dazu bringen positiv zu denken und jeden negativen Gedanken im Keim erkennen und vorüber ziehen lassen, ohne ihm Glauben zu schenken. Wenn ein Mensch nicht eine gewisse Zuneigung zu sich selber hat, neigt er zur Verschmelzung mit idealisierten Bezugspersonen bzw. „holt“ er sich die Zuneigung durch eine Abhängigkeitsbeziehung oder er lehnt (unbewusst) Zuneigungen generell ab. Dies wird oft als Egoismus erkannt, was seine Wirkung in der Aggressivität hat.

Wer sich vom ICH-Bewusstsein, das sich in starren Identifizierungen äußert, nicht befreit, lebt voller Angst, das zu verlieren, was „ICH“ ist. Glücklich wird man dabei nicht, jedoch fanatisch im Aufrichten von Mauern und Glaubenssätzen.

„Ja, es ist ein Unglück, doch entscheide ich mich, unglücklich
in diesem schönen Elend zu leben“

Das, wogegen wir uns am heftigsten sträuben, hält oft das größte Glück bereit. Solange wir uns mit etwas identifizieren, bekommen wir keinen Genuss; zuviel Angst ist in unserem Klammern. Sobald wir es jedoch innerlich freigeben, befreit sich auch unser Genuss und wir können das genießen, worauf wir uns nicht unbedingt angewiesen fühlen. Nicht geplante Sexualität wirkt am erfrischendsten. Eine Begegnung, mit der ich nicht mehr gerechnet habe, ist herrlich.

Liebe und tiefe Gefühle ist ein Geschenk – man darf es annehmen, und glücklich sein.

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2017 text by Marita Schroeder