Sei dein eigener Coach

„Der Erfolg hängt beim Fußball stark vom Kopf ab. Du musst daran
glauben, dass Du der Beste bist, und dann dafür sorgen, dass es wirklich so ist.
Als ich an der Anfield Road war, haben wir uns immer gesagt, dass
wir die zwei besten Teams der Merseyside haben, nämlich
Liverpool und die zweite Mannschaft von Liverpool.“
– Bill Shankly

Im Grunde genommen gehe ich von der Annahme aus, dass kein Betreuer der Welt so viel über das eigentliche Potential seines Schützlings weiß, wie der Sportler selbst. Was ihm eindeutig fehlt (und darin besteht die Aufgabe des Trainers), ist die „Außensicht“. Durch jahrelanges Training schleicht sich zu dem noch so etwas wie „Betriebsblindheit“ ein.
Wenn nun ein Sportler ein Wettkampf bestreitet, hat er mehrere Möglichkeiten, das Spiel in der Pause (Halbzeit) zu betrachten. Einerseits aus der aktiven und assoziierten Sportlerposition, andererseits könnte er sich rein mental aus seinem Körper bewegen und sich von „oben“ betrachten, in dem er eine x-beliebige Position in der Kabine einnimmt. Er gewinnt dadurch mehr Übersicht und nutzt zu dem die Fähigkeit, quasi wie ein zusätzlicher Betreuer, neue Informationen (z.B. taktische Anweisungen) ins Spiel zu bringen. Wenn ein Sportler voll in seinen Emotionen steckt und keine Möglichkeit hat, die Außenperspektive einzunehmen, ist er im wahrsten Sinne des Wortes blockiert, eingefahren und in seiner Sicht der Dinge gefangen.
Er hat sich mit seinen Gefühlen (z.B. Aggressionen, Wut etc.) verknüpft und sich dadurch ein Stück weit mit Ihnen identifiziert. Das Beobachten hingegen wäre das Gebot der Stunde. Beobachten ist neutral und damit frei von beeinträchtigenden und limitierenden Überzeugungen, Bewertungen und Beschränkungen.

Wenn es Dir gelingt, dich von deinen Emotionen zu trennen, letztlich zu registrieren, dass Du nicht deine Emotionen bist, wirst Du einen effektiveren Zugriff zu deinen Ressourcen haben und automatisch alle zur Verfügung stehenden Informationen auf dem Weg zum Flow nutzen.

„Pole Position“

  • Einstellungen sind wie ein Filter, der unsere gesamte Wahrnehmung aussortiert und in gewisser Weise vorprogrammiert.
  • Eine positive Einstellung hilft uns, die innersten und verschlossensten Ressourcen zu erschließen und für unsere Zielerreichung zu nutzen.
  • Wenn ich meine Leistung verbesser, ein stabiles Wettkampfniveau erreichen und den vollen Zugriff auf meine Ressourcen erzielen möchte, muss ich beginne, meine Überzeugungen bewusst zu lenken und in meinem Sinne zu nutzen.
  • Wenn ein Sportler von der Bewältigung einer Aufgabe überzeugt ist, schafft er die Voraussetzung, um sein bisheriges Leistungsniveau zu steigern.
  • Wer also im Sport eine ansprechende Möglichkeit sieht, sich selbst und die für ihn wichtigen Wertvorstellungen im Kreise Gleichgesinnter zu verwirklichen, der hat eine positive und realistische Einstellung zum Sport.
  • Lass nicht zu, dass negative Gedanken in deinen Geist eindringen, denn sie sind das Unkraut, das dein Selbstvertrauen erstickt.
  • Negative Gedanken können dich nur dann überwältigen, wenn du ihnen Raum lässt und ihnen gestattest, dich zu bezwingen.
  • Das, was zunächst nur in deinem Kopf vorgeht, wird sich als Folgeerscheinung in deinem Körper manifestieren.
  • Während des Wettkampfs solltest du dir selbst zur Seite stehen und dein bester Freund sein.
  • Konzentrationsfähigkeit hat viel damit zu tun, die komplette Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt zu verlagern.
  • Wenn du deine bisherigen Einstellungen verändern willst, solltest du an die Überzeugungen denken, die du in Zukunft haben möchtest.
  • Wenn man keine Grenzen erlaubt, gibt es keine Grenzen.
  • Was wir in einer Situation fühlen und tun, hängt allein von unserer individuellen Stellungnahme, also unserer Interpretation und Bewertung dieser Wahrnehmung ab.
  • Jede Form der inneren Zerrissenheit, des innerpsychischen Konflikts ist Gift für die Entwicklung eines optimalen Flow.
  • Die Nutzung von Imaginationen ist eines der wesentlichen mentalen Trainingsverfahren, das Sportlern zur Erziehung des Flow zur Verfügung steht.
  • Visualisieren ist nichts anderes als das systematische Trainieren, starke, positive geistige Bilder in sich hervorzurufen und zu verstärken.
  • Es kommt darauf an, so zu üben, dass der Geist schon im Training den Ernstfall selbst erlebt.
  • Imaginationen sind quasi die vollkommenste Kommunikationsmöglichkeit zwischen Körper und Geist.
  • Plane genügend Zeit ein, um dich mit (un)günstigen Faktoren vertraut zu machen, und simuliere mögliche Ablenkungen bereits im Training.
  • Konzentriert zu sein, zeugt von der Fähigkeit, den Aufmerksamkeitsprozess zur richtigen Zeit auf den richtigen Punkt (Ort) zu lenken.
  • Im Zustand aufmerksamer Konzentration fokussiert sich das Bewusstsein auf ein ausgewähltes Objekt und verbannt während dieser Zeit sämtliche anderen Gedanken, Meinungen, Bedürfnisse und Wünsche.
  • Konzentriere dich auf deine Bewegungen, fühle dich hinein und beschäftige dich nicht mit dem Ergebnis dieses Handelns. Die Zeit der aktiven Handlung gehört dem Hier und Jetzt…diesem Moment …der Gegenwart.

Trainer als Coach

  • Verantwortungsvolles Coaching bedeutet deshalb, den ganzen Menschen, dessen individuelle Eigenheiten und sein komplexes Umfeld im Auge zu behalten.
  • Der Wert eines Coaches stellt sich erst in kritischen Lernphasen heraus.
  • Die besten Trainer sind diejenigen, die es verstehen, das bevorzugte Sinnessystem ihrer Schüler zu erkennen und es mit verschiedenen Synästhesiemustern anzureichen, um ein Lernen auf möglichst vielen Ebenen zu ermöglichen.

Erschaffe dir deinen Traum in deiner Vorstellungskraft. Imagination ist etwas sehr Reales, auch wenn man sie nicht anfassen kann. Glaube daran, dass alles was Du dir vorstellen kannst, möglich ist. Denke an die unglaublichen Möglichkeiten, die vor dir liegen.
Je fester Du an deine Wünsche glaubst, umso schneller werden sie wahr.

„Im Reiche der Wirklichkeit ist man nie so glücklich 
wie im Reiche der Gedanken.“
– Arthur Schopenhauer

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2015 text by Marita Schroeder