Seelentempel

Ein großer Teil des Lebens dreht sich um Liebe und Verlust und um das Erlernen von Geben und Nehmen in Beziehungen. Wenn eine Beziehung beendet wird, kann sich das so anfühlen, als sei dein Leben vorbei. Du meinst, du kannst nie wieder lachen oder dich gar auf jemand Neues einlassen. Auch unerwiderte Liebe kann schmerzhaft sein. Das Gefühl, ungeliebt zu sein, kommt einem Verlust gleich und ist lähmend. Liebe ist ein Geschenk, das genauso viel Schmerz wie Freude bereiten kann. Es kostet einiges an Kraft, wieder aufzustehen und von vorne zu beginnen.

Die Angst loslassen.

Es gibt Zeiten im Leben, in denen wir alles riskieren müssen, um glücklich zu werden. Und dazu müssen wir uns auch von einer Sache verabschieden, die uns sehr vertraut ist. So sonderbar es
klingt: Es kann durchaus eine schwierige Aufgabe sein, die Angst loszulassen, die uns davon abhält, uns zu verändern. Die Stimme, die uns zuflüstert, dass es das Risiko nicht wert sei und es besser sei, es gar nicht zu versuchen, statt am Ende zu scheitern. Ihr nachzugeben bedeutet jedoch, Chancen zu verpassen und dies vielleicht ein Leben lang zu bereuen.

Die Pfade zum Glück sind vielfältig und nicht alle sofort als solche zu erkennen. Im Gegenteil: sie scheinen sonderbar, beängstigend, voller Hürden, zu weit weg von zu Hause. Glück hängt allerdings eng mit positivem Selbstwert und Erfolg zusammen. Wir müssen kalkulierte Risiken eingehen, um zu wachsen und Selbstachtung zu erlangen. Diese Schlüsselmomente im Leben sind Wendepunkte, die uns dazu anregen, Bilanz zu ziehen: Eine Entscheidung steht an, doch das Wichtigste im Leben ist, zu Deinem inneren Kern zu finden, klar zu sehen, wer Du wirklich bist, was Dich ausmacht und vor allem was Dir wirklich wichtig ist – was Dich wirklich glücklich macht.

In jedem Leben gibt es dafür eine Begegnung, ein Ereignis, das Dir die Augen genau für diese Erkenntnis öffnet. Dann liegt es an Dir, dieser Wahrheit zu folgen, oder Deine Augen wieder zu verschließen und weiter zu leugnen, was in Dir ist.

Bist Du aber bereit, den Weg Deiner Seele einzuschlagen, vertrauensvoll Deiner inneren Führung zu folgen, wird sich plötzlich alles fügen. Alles ergibt einen Sinn. Und alles führt Dich direkt auf ein Ziel hin: den Himmel auf Erden zu leben.

Der Weg dorthin ist nicht immer leicht. Im Gegenteil: Er ist gepflastert mit Stolz und Vorurteilen, Angst vor Verletzung, darauf Schutzmechanismen, Masken und Rollen, sowie alten Wunden, Narben früherer Erfahrungen und Prägungen durch Dein Elternhaus.

Aber wenn Du diese Steine – einen nach dem anderen – sorgsam aus Deinem Sein geräumt hast, bist Du frei. …frei von jeglicher Illusion, die Dich an den Schmerz früherer Erfahrungen bindet, die Dich Dir selbst und Anderen etwas vormachen lässt und die Dir verwehrt, die Wahrheit anzunehmen wie sie ist, anstatt sie mit Deiner eigenen Interpretation zu belegen. Erst dann bist Du wirklich frei – frei für die Liebe! Denn erst dann kannst Du Dein Gegenüber sein lassen wie er gerade ist – ohne Verurteilung, Bewertung oder das Bedürfnis, ihm Dein eigenes Bild davon, wie er zu sein hat, überzustülpen. Damit meine ich nicht unbedingt die partnerschaftliche Liebe. Hier geht es um etwas Größeres: Die bedingungslose Liebe zu allem, was ist – die Liebe, die Dich zweifelsfrei spüren lässt, Du bist getragen vom Leben. Und alles, was Dich davon noch trennt, ist die Angst loszulassen – es ist Dein Zweifel, ob es richtig ist, ob es danach wirklich besser wird. Doch wenn Du den Weg heute nicht gehst, weißt Du morgen nicht, ob Du es geschafft hättest.