Sag doch einfach was Du willst…open up

„Kommunikation ist die Kunst des erfolgreichen Austauschs
aussagekräftiger Informationen mit Menschen
durch einen Austausch von Erfahrungen.“

Ein Trainer wünscht sich immer möglichst viele Informationen einem Spieler mitzuteilen, um effektiver trainieren zu können und um die Leistungen zu verbessern.
Dies erfordert jedoch, dass der Spieler die Informationen nicht nur erhält, sondern dass er sie auch versteht und akzeptiert.

Ein Trainer sollte sich deshalb fragen:

  • Muss ich die Aufmerksamkeit des Athleten haben?
  • Erkläre ich mich in einer leicht verständlichen Art und Weise?
  • Hat der Spieler die Informationen verstanden?
  • Glaubt der Spieler, was ich ihm sage?
  • Hat der Spieler akzeptiert, was ich sage?

Non+verbale Botschaften

Im Gegensatz zur Teamkommunikation (ich bezeichne es mal so) hat zunächst erst einmal die face-to-face-Kommunikation oder persönliche Kommunikation den Vorteil, dass direkt auf die Signale des Gegenübers eingegangen werden kann. So entstehen laufend Rückkopplungen (Feedback) zwischen den Kommunikationspartnern in Form von Rückfragen und abwechselndem Gespräch. Diese führen zu unmittelbaren Verständigungsmöglichkeiten und hoher Flexibilität. Diese Flexibilität ist ein Grund für die größere Beeinflussung der persönlichen Kommunikation gegenüber der Teamkommunikation.

Während der Trainer spricht, wird erwartet, dass der Spieler geduldig zuhört bis der Trainer zu Ende gesprochen hat. Bei genauerer Betrachtung kann man sehen, dass Spieler auf eine Vielzahl von verbalen und non-verbalen Verhalten, um einen reibungslosen Ablauf der Kommunikation aufrecht zu erhalten, zugreifen werden. Ein solches Verhalten beinhaltet Kopf-Nicken, Lächeln, Stirnrunzeln, Körperkontakt, Augenbewegungen, Lachen, Körperhaltung und viele andere Aktionen. Die Mimik der Sportler geben dem Trainer ein Feedback und ein „geschulter“ Trainer weiß diese zu verstehen. Verglaste oder nach unten gedrehte Augen zeigen Langeweile oder Desinteresse. Hochgezogene Augenbrauen Ungläubigkeit, dies könnte eine leichte Verwirrung auslösen.

Die Haltung eines Teams gegenüber dem Trainer kann als Zeichen auf ihre Stimmung bewertet werden und spätestens hier sollte der Trainer reagieren.

Ein Trainer sollte sensibel sein, um die Signale von den Spielern zu verstehen. Ihre Gesichter sind in der Regel ein guter Indikator dafür, wie sie sich fühlen und gute Kenntnisse im Face-Reading um die Bedeutung der nonverbalen Signale zu verstehen, werden dem Trainer von unschätzbarem Wert.
Es kann in Gesprächen zwischen Trainer und Spieler immer wieder zu Kommunikations-Störungen kommen. Aufgrund dessen kann sich der Trainer folgende Fragen stellen, bzw. bewusst werden:

  • Die Wahrnehmung des Sportlers ist anders als bei ihm. Hier legen verschiedene Menschen unterschiedliche Schwerpunkte.
  • Der Spieler kann bewusst einen Abschluss herbei führen, anstatt sich durch den Prozess des Hörens zu arbeiten, zu verstehen und zu akzeptieren.
  • Dem Spieler fehlt das Wissen, welches notwendig ist, um zu verstehen, was der Trainer versucht zu kommunizieren.
  • Dem Spieler kann die Motivation fehlen, um ihm zuzuhören oder die Informationen die ihm gegeben wurden zu konvertieren.
  • Der Trainer kann Schwierigkeiten haben, zum Ausdruck zu bringen, was er dem Spieler sagen will.
  • Emotionen können im Kommunikationsprozess stören.
  • Es kann ein „Aufeinanderprallen“ zwischen dem Trainer und dem Spieler kommen.

In beiden Richtungen sollte die Kommunikationsarbeit sorgfältig geprüft werden.
Ob eine Störung vorliegt, ist erst an der Reaktion des Gegenübers erkennbar. Es kann durchaus passieren, dass manchmal der Mut fehlt, etwas anzusprechen und so wird eben nicht mehr darüber geredet. Jedoch muss dies nicht unbedingt am fehlenden Mut liegen. Es kann auch sein, dass es sich in der Situation nicht lohnt, es anzusprechen. Das kann sogar richtig sein, denn manche Dinge erledigen sich auch von allein.

„Coach, bitte sag mir, ob du heute etwas anders machen willst.“

Folgendes sollte ein Trainer VOR der Kommunikation mit dem Spieler berücksichtigen:

  • Warum möchte er kommunizieren?
  • Wo und wann könnte die Nachricht am besten vermittelt werden?
  • Was ist es, was er kommunizieren will?
  • Wie geht er vor, um die Informationen zu kommunizieren?

Effektive Kommunikation sollte sechs Elemente beinhalten:

  • Klarheit – Stellen Sie sicher, dass die Informationen übersichtlich dargestellt werden.
  • Prägnanz – Seien Sie präzise, keine langen und umständlichen ​​Nachrichten.
  • Korrektheit – Vermeiden Sie irreführende Informationen.
  • Ganzheitlichkeit – Vermitteln Sie alle Informationen, und nicht nur ein Teil davon.
  • Höflichkeit – Bleiben Sie höflich und werden nicht „bedrohlich“, um Konflikte zu vermeiden
  • Konstruktivität –  Seien Sie stets positiv und vermeiden negative Kritik.

Wenn ein Trainer durch die Kommunikation Veränderungen bewirken möchte ist es wichtig, dass die Informationen in einer gewissen Art und Weise vorgetragen werden. Beginnen Sie immer erst mit etwas positivem und dann die Information, die sie kommunizieren möchten. Das bewirkt beim Spieler eine Veränderung in seinem Verhalten, oder einer Aktion.

Schlussfolgerung:
Eine positive Wirkung ist immer verbunden mit einem ausgeprägten Maß an Vitalität, Kraft und Energie. Strahlen Sie Ruhe und Sicherheit aus, so wirken Sie konzentriert und ausgeglichen. Zeigen Sie Leidenschaft und Begeisterung, Gute Laune und Optimismus sind unglaublich anziehend. Ein positiver Gesichtsausdruck ist für das Gegenüber immer auch ein Zeichen der Bestätigung. Vermitteln Sie Botschaften oder Visionen. Visionen, die Sie mit Entschlossenheit verfolgen und in die Tat umsetzen. Zeigen Sie Professionalität. Diese wirkt auf unterschiedlichen Ebenen, von einer der Situation angemessenen äußeren Erscheinung über das Verhalten und den Umgang mit anderen.

Machen Sie Ihre Kommunikation zum Meisterwerk!

…doch manchmal entspricht verbaler Kommunikation einem duktilen Münzmetall, das dem der diametralen Handlung in seiner Wertigkeit unterzuordnen ist. Mit anderen Worten:
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2017 text by Marita Schroeder