Review passieren lassen

Eine ebenfalls unverzichtbare Imaginationsform ist der mentale Rückblick einer sportlichen Leistung. Im Gegensatz zum Replay („Sich-noch-einmal-in-die-perfekte-Bewegung-hineinversetzen“) werden nicht nur Bewegungssequenzen und Befindlichkeiten in den Fokus der Aufmerksamkeit gestellt, sondern der gesamte Tagesablauf wird erfasst, der Zeitpunkt vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Weiterhin befasst sich der Sportler nicht vorwiegend mit seinen Bewegungen und technischen Belangen, sondern kümmert sich um seine gesamte Persönlichkeit.

Aufmerksamkeitsaspekte sind daher:

  • Die emotionale Grundverfassung
  • Die gesamte mentale, körperliche Vor- und Nachbereitung
    der sportlichen Leistung
  • Der komplette Tagesablauf
  • Besonderheiten dieses Tages, Erlebnisse und Höhepunkte
  • Grad an Konzentration
  • Innere Überzeugungen und Überlegungen
  • Ängste, Zweifel – Leistungsminimierer
  • Erregungsniveau: Grad an An- und Entspannung
  • Körperliches Gesamtniveau und Verfassung
  • Zielorientierung

Ziel des Review ist die Rückschau eines gesamten Wettkampftages,
ohne 
jedoch wertend oder verurteilend an diese Vorstellung heranzugehen.
Vielmehr zielt dies Nachbereitung auf eine zusätzliche Lernerfahrung
und 
Feedbackmöglichkeit ab.
Möglicherweise lassen sich durch den zeitlichen Abstand zusätzliche Informationen nutzen, die durch die Hektik des Wettkampfgeschehens außer Acht gelassen wurden.
Darüber hinaus kann der Sportler Rückschlüsse ziehen (zumindest wenn
er das
Review regelmäßig betreibt), welche Faktoren zu einer gelungenen Leistung beigetragen haben, bzw. welche Aspekte und Besonderheiten zu berücksichtigen sind, um den Flow zu erreichen.

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2015 text by Marita Schroeder