Durch das Leiden erfahren wir unsere Wirklichkeit

Wenn Du an einem Punkt in Deinem Leben stehst, wo Du allein nicht mehr weiter kommst, wo Du Dich im Dickicht des Lebens verirrt zu haben scheinst, wo sich das Leben gegen Dich verschworen zu haben scheint. Es scheint so! Denn in Wirklichkeit ist dieser Prozess Dein Glück: Dein Startpunkt zu einem Leben in Freiheit: Durch das Leiden erfahren wir unsere Wirklichkeit. Wie der Poet den Schmerz braucht, um in die Tiefen seiner Gefühle einzutauchen und diese wunderbaren Gedichte zu verfassen, der Musiker, um diese herzergreifenden Lieder zu komponieren, der Autor, um fesselnde Dramen zu entwickeln, so brauchen wir ihn, um uns selbst in unserer ureigenen Wirklichkeit zu erfahren: nackt und schutzlos, ohne Maske, ohne Scheu, authentisch und in voller Größe. Im Schmerz geben wir auf, was uns von uns selbst trennt, verlassen den Raum der Illusion und kämpfen – manchmal ums nackte Überleben, manchmal um das Heilsein …das Einssein …die Liebe.

Erst im tiefsten Punkt unseres Selbst erfahren wir die Kraft, die uns befreit – von den eigenen Lügen unserer selbst geschaffenen Dramen. Hast Du Dir einmal die Frage gestellt, was Deine Lebenslüge sein könnte? „Lebenslüge? Ich habe doch keine Lebenslüge!“ wirst Du jetzt vielleicht denken, aber glaube mir, wenn Du nicht zu den Menschen zählst, die in jeglichen Lebensbereichen rundum zufrieden und glücklich sind und die ihre Liebe frei von Bedingungen leben können (die also nichts für das erwarten, was sie geben, die lieben um der Liebe Willen und nicht um dem Alleinsein zu entfliehen oder um dafür Liebe oder Anerkennung oder einfach nur Beachtung zurück zu bekommen – Liebe ist kein Tauschgeschäft! – und auch nicht, um sich ein Gefühl von Sicherheit oder gar Bequemlichkeit zu schaffen), dann gibt es eine Lüge in Deinem Leben.
Diese Lüge ist eine ungeheilte emotionale Wunde. Sie versteckt sich geschickt unter Deinen
Ängsten, Hemmungen und vor allem Masken und Rollen.
Ja, schau Dir einmal die Masken an, die Du im Alltag mit Dir herum trägst, schau Dir die Rollen an, die Du spielst…und lausche in Dich hinein, wie die Wahrheit aussieht. DIE Wahrheit, die schmerzt und die Du so tief in Dir begraben musstest, dass sie kaum mehr wahrnehmbar ist. Du musstest sie begraben, um überleben zu können – überleben in einer Welt, die scheinbar einen Schmerz an den anderen reiht, um Dich zwischendrin mit Tropfen des Glücks in der Hoffnung zu halten: in der Hoffnung, das alles wäre zu etwas gut, würde einem größeren Sinn folgen. Und in der Tat ist es so: Du entwirrst eine Schicht um die andere, die Du Dir in Deiner Vergangenheit zugelegt hast, zulegen musstest, um an dem Schmerz, den Du erfahren hast nicht zugrunde zu gehen.

Als Kind wusstest Du Dich vielleicht nicht anders zu schützen, oder hattest keine andere Wahl. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, da Du Dich von diesen vermeintlich Schutz bietenden Schichten lösen kannst! …denn sie schützen Dich nicht nur vor weiteren Schmerzen, die ein wahres Einlassen, ein wahres sich zeigen wie man ist …mit sich bringen könnte, sondern auch vor WAHRER Liebe, vor wahrem Geben und Nehmen. Und das Einzige, was Dich davon noch abhalten kann, ist die Angst – Deine Angst Dich in dem Schmerz zu verlieren, der sich dann in Erinnerung bringen würde, wenn Du Dich Deiner Seelenwunde stellst. Doch wenn wir nicht bereit sind, diesen Schritt zu gehen, dann halten wir uns selbst davon ab, unser Leben leicht und frei zu leben, uns unserer göttlichen Führung anzuvertrauen und in ein unsagbar tiefes Gefühl von Urvertrauen, Geborgenheit und Wärme zu gelangen. Das wohl Traurigste in diesem Fall wäre, wenn wir es versäumen würden, echte Liebe zu erfahren.

Die Krux dabei ist, dass wir erst in dem Moment wissen, was wahre Liebe ist, wenn wir sie erfahren. Davor glaubten wir das, was wir fühlen, sei Liebe. Doch irgendwann erkennen wir: es war Angst-Liebe, eine Abhängigkeit, ein Tauschgeschäft oder ein Sich-vor-sich-selbst-verstecken…in letzterem sind wir Meister. Leider…

Denn erst wenn wir bereit sind, uns von den Illusionen der Angst zu trennen, ihnen keine Macht und Gelegenheit mehr zu geben, uns zu täuschen, erst dann sind wir wirklich frei und können erhobenen Hauptes an das Tor klopfen – an das Tor zur Selbstfindung, das Tor der Wahrheit und Würde, das Tor unseres uns bestimmten Lebens in Freiheit von Verblendung, Neid, Gier und Hass. Lass all das los!
Denn es zieht Dich hinab …ins Tal des Leidens. Doch Du bist geboren, um die Liebe Gottes zu manifestieren, nicht den Trauermarsch menschlicher Existenzängste! Erfahre Dich in Deiner ganzen Schönheit und Freude, erlaube Dir, Dich in Deiner Einzigartigkeit zu leben, zu lieben und zu achten. Du bist das Manifest Gottes – perfekt in jedem Millimeter!

„Nichts im Leben stellt uns so sehr in den Schatten,
wie es das Leben selbst zu tun vermag.“

 

Marita Schroeder – The Future Force