Die Seele schweigt nicht mehr

Bist Du Dir selbst Dein bester Freund oder Dein ärgster Feind, oder etwas dazwischen?
Wie gut kümmerst Du Dich um Deinen Geist, Dein Herz und Deinen Körper?

Wisst Ihr, wie zerstörerisch Dinge und Situationen sein können, aber auch, wie wenig bewusst 
sie uns oft sind.
Wisst Ihr wie furchtbare Folgen Situationen und Dinge haben können, die unser Leben und unsere Beziehungen bestimmen? Denn immer, wenn wir uns einen der folgenden Punkte antun, zeigen wir uns, dass wir uns nicht oder nur eingeschränkt lieben. Uns mangelt es an Selbstliebe, und wir nehmen dafür Andere in die Mangel, die das ausbaden sollen, was wir uns selbst antun.

Die Gründe, warum wir uns Dinge und Situationen antun, sind vielfältig:
Wir haben uns an sie gewöhnt, nehmen sie nicht mehr bewusst wahr und hinterfragen sie nicht. Wir haben das Gefühl, sie verdient zu haben, weil wir glauben, schlechte oder nicht ausreichend liebenswerte Menschen zu sein und uns dafür bestrafen zu müssen.
Wir wissen, dass es sinnlos ist, uns so zu behandeln, aber wir finden keinen Ausweg, fallen immer wieder in dieselben selbstzerstörerischen Muster.

Okay, dann will ich dir jetzt mal genau sagen, um was es hier geht. Wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf Dich zutreffen, hast Du ohnehin schon mehr als genug gelitten.
Hier sind sie, die Dinge, die Du Dir ab heute nicht mehr antun musst – weil sie völlig sinnlos Leid erzeugen und Dir die Kraft rauben, Dein Leben zu genießen, Dich und Deine Mitmenschen wirklich zu lieben und Deine Träume zu verwirklichen.

Dich anlügen
Ein Anderer sein wollen als der, der Du bist
Deinen Problemen davonlaufen wollen
Deine eigenen Bedürfnisse immer hinten anstellen
In der Vergangenheit leben
In der Zukunft leben
Dich für alte Fehler bestrafen
Dich von Sorgen überrollen lassen
Dich nur auf die Anstrengungen vor Dir konzentrieren und nicht darauf achten, wie viel Du schon geschafft hast
Verantwortung zurückweisen
Gehässig sein
Eifersüchtig sein
Dich abschotten, um nicht verletzt zu werden
Dich rechtfertigen
Von jedem gemocht werden wollen
Komplimente zurückweisen
Dich mit und an anderen Leuten messen
Mit Menschen Zeit verbringen, die Dir nicht gut tun
Alles perfekt machen wollen
Undankbar sein
Dir Freude, Pausen, Ruhe und ausreichend Schlaf versagen
Über Deine Verhältnisse leben
Den Weg des geringsten Widerstands gehen
In einem Job arbeiten, den Du hasst

Das Leben ist zu kurz und zu wertvoll für diesen Mist.
Wir brauchen Selbstliebe und Kraft, um es mit Glück und Freude und Erfolg zu bewältigen.

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass das Leben immer ehrlich ist? Es zeigt Dir in jedem Moment ganz genau, was wahr ist. Im Außen spiegelt sich, was in Dir ist. Hast Du das Gefühl, gerade nur gegen Mauern zu laufen? Dann suche die Mauern in Dir und trage sie beiseite! Hast Du das Gefühl, keiner mag Dich wie Du bist? Dann schau nach innen und beginne das an Dir anzunehmen, was Du noch nicht an Dir magst. Hast Du das Gefühl, alles ist wie verhext, egal was Du tust? Dann schau nach innen und erkenne die inneren Programmierungen, die Dich im Unterbewusstsein blockieren.

All das sind Herausforderungen unserer Zeit. Finden wir diesen Mut, wird unsere innere Kraft wachsen. Das Leben wird uns alles das präsentieren, was uns noch behindert, das uns selbst noch in Gefangenschaft hält. Daher wird dieser Weg nicht leicht sein. Nur absolute schonungslose Ehrlichkeit mit uns selbst wird uns auf diesem Weg voran bringen. Schönrederei wird unsere innere Entwurzelung nur fördern und uns anfällig machen dafür, Leuten zu glauben, die ihr eigenes Spielchen mit uns treiben. Wer sich selbst belügt ist so sehr daran gewöhnt, findet dies so „normal“, dass er immer jenen glaubt, die ihm genau das erzählen was ihrem inneren Selbstbetrug Nahrung verschafft.

Doch schweigt die Seele nicht mehr!

Jeder spürt tief in sich, ob ihn etwas wirklich glücklich macht, oder nicht. Viele haben ganz tief vergraben in ihrer Seele ein Loch, welches sie im Außen zu füllen versuchen – ob durch Anerkennung anderer, die Anhäufung von Statussymbolen, oder auch durch Suchtverhalten.

Die Leere in uns füllt ausschließlich eines: die Liebe – wahre Liebe, nicht das, was wir als Liebe kennen gelernt haben. Denn das, was wir als Liebe kennen gelernt haben, hat das Loch in uns ja erst hervorgerufen. Und niemand würde ein Feuer mit einer brennenden Fackel zu löschen versuchen.
Oft machen wir die Liebe, die wir uns zugestehen, von unserem Äußeren oder unseren Leistungen abhängig. Doch das hat nichts mit Liebe zu tun. Wir fühlen uns „richtig“ und geliebt, wenn wir (dafür) angenommen werden, Zuwendung bekommen oder sogar Belohnungen. Doch das alles hat nichts mit Liebe zu tun. – Liebe ist ein tiefes Gefühl in uns.
Jeder hat seine eigene Art auszudrücken, dass er den Anderen liebt, wertschätzt oder das Beisammensein genießt. Der Ausdruck unserer Liebe ist nichts weiter als eine Sprache.
Ich bin fest davon überzeugt, dass es nur eine wahre, aufrichtige, ehrliche, tief sitzende und alles umfassende Liebe gibt – aber tausend verschiedene Formen sie auszudrücken und leider mindestens genauso viele Arten sie zu verwechseln. Und wahre Liebe hat nur ein Ziel: Beide wollen glücklich sein – Jeder will das für sich und für den Anderen. Dafür muss ich mich aber zunächst selbst lieben. Denn wenn ich mich selbst nicht lieben kann, erkenne ich nicht die Richtung, in die mein Herz mich führt. Und unser Herz führt uns immer! – Wir hören nur oft nicht genug darauf. Doch das wird sich ändern – denn wir ändern uns. Das Leben zwingt uns quasi immer mehr zur Wahrheit unserer Herzen. Auf diese Weise wandelt sich auch die Liebe, die wir leben. Die Liebe zu sich selbst ist das einzige Fundament, auf dem dauerhaft erfüllende Beziehungen aufgebaut sein können. Wer sich selbst für den Anderen verbiegt, seine Bedürfnisse beschneidet und sich ständig zurücksetzt, der verliert nicht nur sich, sondern eines Tages auch seinen Partner.

Die Liebe in Deinem Herzen ist unerschöpflich. Sie trägt Dich zielsicher in die Situationen & Beziehungen, die Dir helfen zu ihr zurückzufinden. Doch genau das lässt die innere Entwicklung unserer Seelen immer weniger zu. Wenn Du genau hinschaust, entdeckst Du die Anzeichen hierfür nicht nur auf der Beziehungsebene. In allen Bereichen des Lebens zwingt uns das Leben immer mehr, ehrlich zu uns selbst zu sein: Der Grad unserer Selbstliebe beeinflusst den Grad der Erfülltheit in unserem Leben. Wenig Selbstachtung und Anerkennung unserer eigenen Leistungen führt zu einem beruflichen Umfeld, in dem uns genau das widergespiegelt wird.

Weißt Du, was Liebe wirklich ist? – Wenn ein Mensch nichts zu bieten hat von dem, was ich
denke zum Glücklichsein zu brauchen, und ich trotzdem ein unsagbares Glücksgefühl verspüre, dass er Teil meines Lebens ist. Wenn ich einfach nur unglaublich dankbar und erfüllt bin, dass es ihn gibt – ohne dass er mir etwas gibt oder ich ihm etwas geben müsste.
Die Wahrheit unseres Herzens sieht anders aus. Unser Herz weiß sehr genau, was es braucht um glücklich zu sein: Es braucht die Freiheit zu lieben, wen und was es liebt auf ganz genau die Weise auf die es liebt. Das ist bei jedem Menschen ein klein wenig verschieden. Das können wir nicht beeinflussen. Doch folgen wir nicht dem Ruf unseres Herzens, dem Sehnen unserer Seele, erkranken wir – manchmal sogar sprichwörtlich am Herzen.

Nur in Dir trägst Du die Wahrheit Deines Herzens. Und nur dort erkennst Du, was es braucht, damit es heilen kann. Gib es ihm und der Herzschmerz hört auf. Verweigerst Du es Dir, hält er Dich weiter in Schach. Es ist Deine Wahl – Dein Herz.

„Mut ist die Herausforderung das Unbekannten anzunehmen, trotz
aller Ängste, das ist Mut. Die Ängste sind da, doch wenn du
die Herausforderung immer und immer wieder annimmst,
verschwinden langsam, langsam jene Ängste…”

 

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2017 text by Marita Schroeder

Foto by: http://www.sacredvisiondesigns.com/