Der wahre Sieg

Kílian Jornet Burgada
ist ein spanischer Skibersteiger, Ultraläufer, Bergläufer und
Duathlet im kombinierten Berglauf
und Mountainbiking aus Katalonien.

  • Der wahre Sieg ist der, der sich tief im Innern eines jeden abspielt. Der, von dem wir nicht geglaubt haben, dass er eintritt – trotz aller Vorbereitung und aller Willensanstrengung-, und der dann doch geschieht.
  • Einen echten Entspannungszustand erreicht man nur über das Bewusstsein: indem man sich also seinen eigenen Zustand bewusst macht und ihn aus der Ferne betrachtet. Es hilft uns nichts, einen Zustand zu ändern, um uns ein Problem vom Hals zu schaffen – nein, ändern müssen wir unser ganzes Dasein und unseren Blickwinkel auf unser Leben.
  • Gewinnen heißt nicht, an erster Position zu stehen oder die anderen zu besiegen. Gewinnen heißt, sich selbst zu besiegen; wenn wir uns gegen unseren Körper behaupten, gegen unsere Grenzen, gegen unsere Ängste. Gewinnen heißt, sich selbst übertreffen und seine kühnsten Träume Realität werden zu lassen.
  • Ich denke ständig ans Laufen: Bevor ich es tue, denke ich daran, wie es sein wird zu laufen; wenn ich laufe, denke ich daran, auf welche Weise ich es tue, und anschließend denke ich daran, wie ich gelaufen bin.
  • Jeder kommt in seinen leben an einem Punkt, an dem er sich entscheiden muss, welchen Weg er einschlagen will. Und ist die Entscheidung erst einmal gefallen, darf man keinen Gedanken daran verschwenden, was wohl passiert wäre, wenn man eine andere Richtung gewählt hätte.
  • Ich habe nie der Vergangenheit nachgehangen; vielmehr bin ich stets der Überzeugung gewesen, dass alles – sei es ein Problem, das sich stellt und das wir lieber vermieden hätten, oder ein freudiges Ereignis, das wir gern ewig bewahren möchten – in dem Moment, in dem es geschieht, bereits Teil unserer Vergangenheit ist. So gesehen, kann ich mich nicht hinsetzen und darüber klagen, was ich falsch gemacht habe und wie ich es hätte besser machen können, denn das wird, sosehr ich es mir auch wünschen mag, niemals geschehen.
  • Immer wenn meine Gedanken orientierungslos durch meinen Kopf schwirren, gehe ich laufen, denn es befreit meinen Geist. Aus dem Abstand heraus relativieren sich alle Schwierigkeiten, und ich sehe klarer. Laufen ist die beste Möglichkeit, Ordnung in die alltäglichen Dinge zu bringen, aus dem Gewohnten auszusteigen und für Probleme Lösungen zu finden, auf die ich sonst nicht kommen würde, auch wenn sie auf der Hand liegen.
  • Von der ursprünglichen Natur sind lediglich ein paar kleine, von einem Meer aus Künstlichkeit umschlossene Inseln geblieben. Die Menschen bestaunen diese Wunderwelt und fotografieren ihre Bewohner – Tiere, Pflanzen, Bäume, Steine, Flüsse oder Berge -, als wären es seltene Museumsstücke, ohne zu wissen, dass jene Steine, Täler und Flüsse einstmals nicht unseres Schutzes bedurften, sondern unser Zuhause, unsere „Supermärkte“, unsere Schulen waren. Kurz: Unser Planet.

 

Foto by: http://gripped.com/news/kilian-jornet-sets-new-aconcagua-speed-record/

 

– Marita Schroeder – The Future Force

2015 text by Marita Schroeder