Das Täuschen

Im manipulativen Spiel des Lebens ist jeder dein Gegner, auch Du selbst.
Du täuschst den Gegner, aber nicht Dich selbst. 
Du spielst das Spiel gegen deine eigenen Schwächen und gegen alle, die
zu deinem Nachteil davon Gebrauch machen wollen.
Wer deine Schwächen kennt, wird sie zu seinem Vorteil nützen. Wenn Du
schwach bist, zeigst Du es nicht, bis Du stark bist. Wenn Du stark bist,
täuschst Du Schwäche vor. Es ist besser, ein Gegner unterschätzt dich,
als dass Du dich selbst überschätzt.

Die vier Regeln des Täuschens lauten:

  • Du weißt alles über deinen Gegner, der Gegner weiß über Dich nur das, was Du ihn wissen lässt.
  • Du machst links Lärm, wenn Du rechts angreifst.
  • Du redest über das Kleine, um vom Großen abzulenken.
  • Wenn Du vom Gegner etwas wissen willst, sagst Du immer zuerst, was er hören will.

Im manipulativen Spiel bist Du allein und vertraust nur Dir. So kann dich kein Gegner täuschen.
Ein Freund von heute kann morgen dein Feind sein.
Um einen Gegner im manipulativen Spiel zu täuschen, sind zwei Voraussetzungen wichtig:

  • Du kennst Dich selbst und weißt, was Du willst.
  • Du kennst den Gegner und weißt, was er will.

Dies sind weitere acht Regeln des Täuschens:

  • Du redest nicht über Dich, sondern lässt den Gegner über sich reden.
  • Du zeigst deine Gefühle, aber nur, wenn es Dir mehr nützt als schadet.
  • Wenn Du etwas sicher weißt, stellst Du dem Gegner trotzdem noch eine Frage.
    Es ist besser, der Gegner belehrt Dich, als Du belehrst den Gegner.
  • Du legst Dich nur fest, wenn es für Dich von Vorteil ist.
    Es schadet nicht, eine 
    Entscheidung ein zweites Mal zu prüfen.
  • Du lässt Dir Zeit, wenn andere Dich drängen.
  • Du versprichst nichts, damit Dich niemand beim Wort nehmen kann.
  • Du verrätst kein Geheimnis, damit Dich niemand erpressen kann.
  • Damit Dich niemand berechnen kann, tust Du das Unerwartete, wenn der
    Gegner es am wenigstens erwartet. 

Weil Du niemandem über Dich Rechenschaft schuldest, brauchst Du niemandem zu erklären, warum Du etwas tust.
Weil Du deine eigene Wahrheit besitzt, ist nichts, was Du im Einklang mit Dir selbst sagst, eine Lüge. Weil es für Dich keine Lüge gibt, gibt es für Dich auch kein Schuldgefühl.
Täuschen kannst Du nur, wenn Du frei und stark bist. Du bist stark, weil Du in Dir ruhst.
Du bist frei von Angst und Hass, Stolz und Eitelkeit und zu jeder Zeit bereit, auf alles zu verzichten, was Dich von anderen abhängig macht.

Wenn der Gegner dich täuschst, lernst Du daraus. 
Wenn Du den Gegner täuschst, triumphierst Du nicht. Es genügt, wenn Du es weißt.

Du vergisst nicht, dass Täuschen nur eine Taktik im manipulativen Spiel ist und keine Lösung eines Problems.

„Es ist besser, sich von Freunden täuschen zu lassen,
als sie zu täuschen.“

– Johann Wolfgang von Goethe

– Marita Schroeder – The Future Force

© 2015 text by Marita Schroeder