Bis der Schmerz unerträglich wird?

Welchen Vorteil es hat, auf Krisen vorbereitet zu sein, statt darauf zu warten, bis der Schmerz unerträglich wird. Jeder auf längere Dauer angelegten Partnerschaft ergeht es ähnlich wie dem Marathonläufer:

Von Zeit zu Zeit sind Krisen zu überwältigen. Die anfängliche Spannung lässt nach. Die erste Neugier flaut ab, und die Gewohnheit greift um sich. Reibungsflächen werden spürbar, die vorher überspielt werden konnten.

Wie verhält man sich in Partner-Krisen? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen:

  • Du hast dich rechtzeitig darauf vorbereitet und Regeln festgelegt, die jetzt in Kraft treten. Etwa das Ritual der täglichen rückhaltlosen Aussprache über alle Probleme und Befindlichkeiten.
  • Oder Du gehst den Leidensweg. In der Hoffnung, dass dir angesichts eines Problems eine spontane Lösungsidee oder ein williger Freund, meist mit gut gemeinten Rat-Schlägen aus der Patsche hilft.

Diese Variante mag als individuelle Problembewältigung durchaus vertretbar sein: Du wartest, bis eine Krankheit ausgebrochen und der Schmerz unerträglich geworden ist, ehe Du etwas dagegen unternimmst. Dafür bist Du allein dir selbst gegenüber verantwortlich. Als Partner-Lösung ist diese Variante wenig geeignet.

Ein Partner, der auf ein Problem erst dann reagiert, wenn es unlösbar geworden ist, erwartet meistens vom Anderen nichts anderes als das, was gute Menschen mit „Verständnis, Rücksichtnahme, Mitleid und Trost“ einfordern.

Aber wie, denkst Du, kannst Du jemandem bei der Lösung seines Problems beistehen, wenn Du ihn durch noch so tröstliches Mitleid in seiner Hilflosigkeit noch weiter unterstützt?

Nur im Kontakt kannst Du erfolgreich sein. Kläre deine Gefühle, wie es dir geht und teile sie dem Partner mit. Kommunikation stellt Vertrauen wieder her und schlägt eine Brücke zwischen beiden Partnern. Sich über die eigene Haltung, die eigenen Gefühle und Gedanken klar zu werden und sie auch klarzustellen. Die meisten Probleme beruhen einfach nur auf einem Missverständnis.

Wie Du siehst, gilt für das Zusammenleben die gleiche Erfahrung, wie für alle anderen Spiele des Lebens auch: Sie werden nicht erst auf dem Spielfeld gewonnen, sondern im Kopf des Spielers. Zu wissen, was man will, ist die beste Voraussetzung dafür, dass Du das richtige tust, wenn die Zeit des Handelns gekommen ist.