Archiv für den Monat: November 2013

Eifersucht, wie damit umgehen?

Wie entsteht Eifersucht?

Oberflächlich betrachtet erscheint uns Eifersucht als ein Gefühl, das äußere Ereignisse und andere Menschen in uns auslösen können. „Weil der andere das oder jenes tut, müssen wir mit Eifersucht reagieren …. “ Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir unsere Eifersucht selbst auslösen. Hinter der Eifersucht verbergen sich große Selbstzweifel, Besitzdenken, die Einstellung, unbedingt die Liebe und Aufmerksamkeit des Partners zu brauchen. Betroffene sind sich ihrer nicht sicher und leben in der beständigen Angst, nicht gut genug zu sein bzw. etwas nicht zu bekommen, was für sie wichtig ist. Alles und jedes sehen sie übertrieben negativ. Sie haben lebhafte Phantasien, in denen sie sich das Schlimmste immer wieder ausmalen. Kommt der Partner zu spät, dann folgern sie daraus, dass er fremd gegangen ist. Geht die Partnerin mit einer Freundin essen, dann ist das der Beweis, dass sie ihn nicht mehr liebt. Das Tragische daran ist, dass die Betroffenen nicht mehr bereit sind, ihre Schlussfolgerungen in Frage zu stellen. Ihre Eifersucht ist schließlich Beweis genug, dass ihre Vermutungen stimmen. In Wirklichkeit sind ihre Eifersuchtsgefühle jedoch meist nur das Ergebnis ihrer Vermutungen. Wenn sie daran glauben, dass der Partner etwas mit seinem Chef hat, dann fühlen sie sich automatisch eifersüchtig. Die Folge sind Zwangsverhöre, Vorwürfe, Schnüffeleien in der persönlichen Post und im Geldbeutel des Partners. Ja, manchmal gehen Betroffene sogar so weit, die Wäsche zu kontrollieren, dem Partner hinterher zufahren oder mit Telefonanrufen zu bombardieren. Der Partner hat keine Chance, sie von seiner Unschuld zu überzeugen. Betroffene geraten also in einen Kreislauf, aus dem sie häufig alleine nicht mehr herauskommen.

Warum reagieren manche Menschen eifersüchtiger als andere?

Menschen, die an sich selbst glauben, sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind und sich annehmen, sind weniger empfänglich für Eifersucht. Sie haben in ihrer Kindheit gelernt, sich von der Meinung anderer weniger abhängig zu machen und ihren Wert nicht danach zu bemessen, wie beliebt sie bei anderen sind. Sie haben gelernt, selbst für ihre Zufriedenheit zu sorgen. Stark eifersüchtige Menschen hingegen brauchen die Bestätigung durch andere und wissen mit sich selbst wenig anzufangen.

Ist Eifersucht generell schädlich?

Nein, Eifersuchtsgefühle können für uns auch ein Ansporn sein. Wir bemerken beispielsweise, wie wichtig der Partner für uns ist, und bemühen uns wieder mehr um ihn. Wir investieren mehr Energie an unserem Arbeitsplatz, wenn die Kollegin befördert wird. Schädlich werden Eifersuchtsgefühle dann, wenn sie andauern, uns in Depressionen stürzen oder in permanente Anspannung versetzen. Wir sehen uns dann als Opfer anderer und übersehen die Fähigkeiten und Möglichkeiten, die wir selbst besitzen.

Gehören Liebe und Eifersucht nicht zusammen?

Hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Wir sind der Meinung, dass sich Liebe und Eifersucht ausschließen. Eifersucht hat immer etwas damit zu tun, dass wir den anderen Menschen nach unseren Vorstellungen formen wollen. Er muss sich so verhalten, wie wir es uns wünschen, weil wir uns sonst schlecht fühlen … Liebe bedeutet im Gegensatz dazu, dass uns der Partner wichtig ist und wir wollen, daß es ihm gut geht. Während Eifersucht ein negatives Gefühl ist, ist Liebe ein positives Gefühl.

Gibt es nicht auch begründete Eifersucht?

Eifersucht ist für Betroffene immer begründet. Jeder, der Eifersucht verspürt, sieht einen Auslöser, eine Ursache für seine Eifersucht. Die Frage, die er sich stellen sollte, lautet deshalb: „Möchte ich meine Eifersucht behalten oder sie ablegen, da ich erkenne, dass sie mir und meinem Partner keinen guten Dienst erweist?“
Beispielsweise halten viele Menschen ihre Eifersucht dann für begründet, wenn der Partner fremd gegangen ist. Die Eifersucht führt manchmal so weit, dass der Partner permanent Vorwürfe bekommt, bespitzelt wird und über all seine Schritte Rechenschaft ablegen muss. Für eine befristete Zeit ist dies sicher eine ganz normale Reaktion. Doch irgendwann ist es für die Partnerschaft und den eigenen inneren Frieden notwendig, los zulassen, zu verzeihen und wieder Vertrauen zum Partner aufzubauen.

Was kann der Eifersüchtige tun, um seine Eifersucht abzubauen?

Machen Sie sich deutlich, dass Sie selbst, und nicht Ihr Partner, sich eifersüchtig machen. Sie bewerten sein Verhalten als Ablehnung und als Beweis, nicht gut genug zu sein. Sie erwarten, dass er sich mehr um Sie kümmert.

Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Ein gesundes Selbstvertrauen ist die wirksamste Waffe gegen Eifersucht. Wenn Sie glauben, liebenswert zu sein und dem Partner genug bieten zu können, dann brauchen Sie nicht hinter allem Feinde zu vermuten. Beginnen Sie am besten gleich damit, sich eine Liste Ihrer Stärken und Qualitäten zu erstellen und sie regelmäßig durchzulesen.

Entwickeln Sie eigene Interessen und bauen Sie sich einen eigenen Freundeskreis auf. Beides hilft Ihnen dabei, sich nicht zu abhängig vom Partner zu machen.

Prüfen Sie Ihre inneren Katastrophenphantasien immer einmal wieder, inwieweit sie den Tatsachen entsprechen. Nicht hinter jedem Freund muss man einen Rivalen vermuten, nicht hinter jeder Frau die zukünftige Geliebte.

 

Marita Schroeder – The Future Force

 

Erkenne dich selbst

„Wir können unseren Charakter auch noch später formen. Einerseits sei der Charakter zwar Schicksal – weil man sich sein Elternhaus nicht aussuchen kann. Andererseits sei es in einem Entwicklungsprozess die große Aufgabe des Menschen, sich zu erkennen und zu verändern. Zurückzuschauen und zu fragen: Wie bin ich das geworden, was ich bin? Aber sich auch von Altem zu verabschieden, um Neues zu beginnen: „Eine Schlange, die sich nicht häutet, stirbt“, sagte Friedrich Nietzsche….“

Anpassung auf Kosten deines Selbst ist nicht dasselbe wie in Frieden und Harmonie zu leben. Wenn du dich anpasst, verbiegst du dich und unterdrückst, was dir wirklich am Herzen liegt, was dir viel bedeutet. Du veränderst dich, um anderen zu gefallen und um von ihnen geliebt zu werden. Doch sie lieben dich nur so lange du tust, was sie von dir verlangen. Dein Glück ist ihnen völlig egal.

Worauf reagierst du immer noch angespannt? Was bereitet dir Mühe und worin investierst du deine ganze Kraft? Dreh den Spieß um: Entspanne dich in genau diesem Moment, in dem es anfängt anstrengend zu werden. Du wirst überrascht sein, wie leicht dir gelingt, was dir sonst verwehrt wird.

Du kannst andere Menschen nicht ändern. Du musst deine Art ändern, an dich selbst zu denken, und dich mit dem wohl zu fühlen, was du bist, ganz gleich, wie andere dich sehen. Wenn du stolz auf dich bist und ein gutes Gefühl für deine Person hast, und was du darstellst, dann spielt es keine Rolle, wie viele Leute dich als ihren Freund bezeichnen. Und aus irgendeinem seltsamen Grund scheint Selbstvertrauen andere anzuziehen.

Ich bin in meinem Leben das wichtigste. Ohne mich gäbe es mich nicht.

Der Tag, an dem Du die volle Verantwortung für dich selbst übernimmst und an dem du aufhörst, Entschuldigungen zu suchen, ist der Tag, an dem dein Weg zum Ziel beginnt. Was du über dich selbst denkst, ist viel wichtiger als das, was andere über dich denken.

Am schwersten lernt man, sich selbst so zu nehmen, wie man ist – sich über seine guten Eigenschaften zu freuen und die schlechten zu verzeihen.
Du würdest dir nicht so viel Kummer darum machen, was die Leute von dir denken, wenn du wüsstest, wie selten sie das tun.
Du hast nur dich. Und wenn es dir auch nicht viel erscheinen mag, bist du das einzige, was wirklich dir gehört. Mehr hast du nicht, und darum bist du alles, was du hast.

Und das ist sehr viel.

Innerer Frieden

Kürbis_Liebe

Wir alle suchen Erfüllung und inneren Frieden in unserem Leben. Wir rennen den Möglichkeiten hinterher, die uns Erlösung versprechen: der Liebe eines anderen Menschen, Macht, Reichtum, Glück, Erfolg und Anerkennung. All das soll uns die Sicherheit bringen, die wir zutiefst ersehnen und so sehr brauchen. Doch immer holt uns die Angst wieder ein und wir glauben, wir oder die anderen haben etwas falsch gemacht. Wir trennen uns von unseren Partnern und suchen einen neuen, der uns nicht enttäuschen wird. In unsere Arbeit strengen wir uns noch mehr an. Wir lenken uns mit zahlreichen Ersatzhandlungen ab von dem eigentlichen Dilemma, das wir schon ahnen, aber das wir uns nicht eingestehen wollen; wir können nicht machen, dass ein anderer uns liebt oder dass irgendwas Äußeres uns wirklich dauerhaft glücklich sein lässt. Nichtsdestotrotz bleibt die Hoffnung noch lange bestehen, dass die Erlösung in Form einer neuen Liebe, eines neuen Jobs oder der Erleuchtung auf uns zukommen wird.

„Manchmal stürze ich wieder ab in tiefe Schlammlöcher der Verzweiflung und habe alle Mühe, dort wieder rauszukommen“